Karl V. (Heiliges Römisches Reich)
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Karl V. (Heiliges Römisches Reich)
1. Einleitung

Karl V. (Heiliges Römisches Reich), (1500-1558), König (seit 1519) und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1530-1556) sowie als Karl I. König von Spanien (1516-1556).

Karl wurde am 24. Februar 1500 als Sohn Philipps I., des Schönen, von Kastilien und Johannas der Wahnsinnigen in Gent geboren. Mütterlicherseits war er der Enkel Ferdinands II. von Aragonien und Isabellas I. von Kastilien und Léon, väterlicherseits der Enkel des habsburgischen Kaisers Maximilian I., außerdem der Urenkel Karls des Kühnen, des Herzogs von Burgund.

Nach dem Tod seines Vaters Philipp 1506 erbte Karl dessen burgundisches Reich; nach dem Tod Ferdinands 1516 wurde er zum spanischen König proklamiert; und als schließlich Maximilian 1519 verstarb, erbte er auch noch die österreichischen Erblande in Mitteleuropa, die sein jüngerer Bruder Ferdinand, der spätere Kaiser Ferdinand I., während Karls Abwesenheit als Statthalter betreute.

Darüber hinaus wurde Karl 1519 zum König des Heiligen Römischen Reiches gewählt und am 23. Oktober 1520 in Aachen zum König gekrönt. Sein Konkurrent bei dieser Wahl war König Franz I. von Frankreich, gegen den er sich vor allem deshalb durchsetzen konnte, weil er den Kurfürsten immense Bestechungssummen zahlte, die ihm die Fugger vorgestreckt hatten.

Karl war zu diesem Zeitpunkt der bei weitem mächtigste Herrscher des Abendlandes; seine ererbten Lande waren weit umfangreicher als z. B. jemals in seiner Geschichte das Frankenreich Karls des Großen. Sein Herrschaftsbereich erstreckte sich über die spanischen Königreiche Aragón und Kastilien, das burgundische Erbe, die italienischen Königreiche Neapel, Sizilien und Sardinien, die von Spanien eroberten Gebiete in Amerika und Afrika und die österreichischen Erblande.