| Karl V. (Heiliges Römisches Reich) | Artikelansicht | ||||
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| 3. | Kriege gegen Frankreich und die Osmanen |
Gleichzeitig waren die dynastischen Auseinandersetzungen zwischen Franz I. von Frankreich und Karl um den Besitz in Italien und Burgund in einem Krieg eskaliert. Um sich ganz auf diesen Krieg, der zugleich eine Auseinandersetzung um die Vorherrschaft in Europa war, konzentrieren zu können, überließ Karl seinem Bruder Ferdinand die Herrschaft in den österreichischen Erblanden und die Stellvertretung im Reich. Dieser erste von insgesamt vier Kriegen gegen Frankreich, in dem sich Karl mit Heinrich VIII. von England und dem Herzog Karl von Bourbon gegen Franz I. verbündet hatte, endete 1525 mit einem Sieg Karls über die Franzosen bei Pavia und der Gefangennahme Franz I. Im Januar 1526 musste Franz im Frieden von Madrid auf seine Ansprüche auf Italien und das Herzogtum Burgund verzichten.
Bald nach seiner Freilassung 1527 widerrief Franz jedoch alle Vereinbarungen aus dem Frieden von Madrid und nahm den Krieg gegen Karl wieder auf; diesmal standen Heinrich VIII., einige italienische Stadtstaaten sowie Papst Klemens VII. Franz zur Seite. Ziel des Papstes, als er sich der Liga von Cognac gegen Karl anschloss, war, Karls Truppen aus Italien zu verdrängen. 1527 aber fiel das kaiserliche Heer in Rom ein, plünderte die Stadt (siehe Sacco di Roma) und nahm Klemens gefangen. Dieser zweite Krieg zwischen Karl und Franz endete 1529 mit dem Damenfrieden von Cambrai. „Damenfrieden” deshalb, weil er von Luise von Savoyen, der Mutter Franz’ I., und Margarete von Österreich, der Tante Karls, ausgehandelt worden war. Franz verzichtete wiederum auf alle Ansprüche in Italien, erhielt aber das Herzogtum Burgund.
1530 krönte der Papst Karl in Bologna zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – dies sollte die letzte Krönung eines römischen Kaisers durch den Papst sein.
1536 befand sich Karl erneut im Krieg mit Frankreich; diesmal hatte sich der katholische Franz mit den „ungläubigen” Türken verbündet. Dieser Krieg endete 1538 nach einigen Niederlagen Karls mit dem Frieden von Nizza, der Franz I. einen Teil des Piemont zugestand. 1542 nahmen Franz und Karl zum vierten und letzten Mal den Krieg wieder auf; der Friede von Crépy von 1544 bestätigte im Großen und Ganzen den Damenfrieden von Cambrai, außerdem sagte Franz seine Hilfe gegen die protestantischen Reichstände zu.
1529 hatte Karl nicht zuletzt deshalb dem Frieden von Cambrai zugestimmt und den Krieg gegen Frankreich rasch beendet, um sich wieder den inneren Angelegenheiten des Reiches, vor allem der Auseinandersetzung mit den Lutheranern, widmen und um sich den Osmanen, die von Süden und von Osten her Europa bedrohten, entgegenstellen zu können. Die Osmanen hatten bereits den Balkan in ihrer Hand, und 1526 überrannte Sultan Süleiman II. Ungarn. Drei Jahre später, 1529, belagerten die Türken erstmals Wien. 1535 unternahm der genuesische Admiral Andrea Doria, der in Karls Diensten stand, einen Feldzug gegen die Osmanen in Nordafrika, schlug sie bei Tunis und befreite etwa 20 000 als Sklaven gehaltene Christen. 1538 ging Karl mit Papst Paul III. und dem Stadtstaat Venedig ein Bündnis gegen die Osmanen ein. Diese Allianz war allerdings nicht von Erfolg gekrönt – 1541 schlug ein Feldzug nach Algier fehl, und die Osmanen brachten Ungarn endgültig unter ihre Kontrolle –, und so unterzeichnete Ferdinand 1547 einen fünfjährigen Waffenstillstandsvertrag mit den Türken.
Während Karl in Europa in seinen Kriegen gegen Frankreich und gegen die Osmanen keine nachhaltigen Erfolge erzielen konnte, wurde unter seiner Herrschaft in der Neuen Welt das spanische Kolonialreich begründet: 1521 wurde Mexiko, 1533 Peru erobert.