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Orakel

Orakel (lateinisch oraculum, von orare: beten), in der antiken Welt und in vielen anderen Kulturen eine religiöse Stätte oder ein Heiligtum, an dem man sich mit Fragen an eine Gottheit wenden konnte, aber auch der dort erteilte Götterspruch selbst. In der Antike gab es zahlreiche Orakel, die mit dem Kult des Gottes Apollon verbunden waren, die bekanntesten Stätten befanden sich in Delphi, in Didyma an der Küste Kleinasiens (heute Türkei), in Dodona in Epirus, in Olympia auf dem Peloponnes oder in Cumae (Kampanien), wo die berühmte Sibylle weissagte. Die Antworten auf die an sie gerichteten Fragen gaben die Götter durch Medien, die in Trance versetzt waren, wie beispielsweise die Priesterin in Delphi, aber auch durch andere Zeichen, wie das Klingen eines Kessels in Didyma, der von einer im Wind wehenden Kette angeschlagen wurde. Häufig wurde ihr Wille von Priestern auch aus den Eingeweiden oder dem Verhalten von Tieren abgelesen, wie etwa bei den römischen Auspizien, bei denen mittels Beobachtung des Vogelfluges von den Auguren die Zukunft gedeutet wurde. Eine der bedeutendsten Orakelstätten außerhalb Griechenlands war die des ägyptischen Amun an der Oase Siwah in der Sahara.