| Kommunikation zwischen Tieren | Artikelansicht | ||||
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| 2. | Innerartliche Kommunikation |
Eine ursprüngliche Form ist die Kommunikation durch Geruchssignale oder chemische Substanzen, die mit Hilfe spezieller Rezeptoren aufgenommen werden. Sie kommt nicht nur bei mehrzelligen Tieren vor, sondern auch bei Einzellern und Bakterien, z. B. wenn diese Biofilme bilden. Einzellige Schleimpilze etwa versammeln sich zu großen Gruppen, um einen Fruchtkörper zur ungeschlechtlichen Vermehrung zu bilden, nachdem sie von Artgenossen durch einen Signalstoff, ein Pheromon, angelockt wurden. Pheromone spielen als Sexuallockstoffe eine große Rolle bei der Fortpflanzung von Insekten und Säugetieren, dienen aber auch anderen Zwecken: Viele Säugetiere markieren mit Hilfe von Pheromonen ihr Revier. Ameisen nutzen sie für alle Arten von Signalen zwischen Angehörigen derselben Kaste oder verschiedener Kasten. Borkenkäfer melden Artgenossen über Pheromone den Standort eines Wirtsbaumes.
Akustische Kommunikation, also das Erzeugen von Lauten oder Rufen und ihre Wahrnehmung mit einem Hörorgan, ist ebenfalls unter Wirbeltieren und Gliederfüßern weit verbreitet: Mit Gesang locken Singvogelmännchen Weibchen an und markieren ihr Revier. Zur Paarungszeit versammeln sich Grillen und Frösche oft zu großen Chören, um möglichst weit hörbar zu sein. Murmeltiere und Erdmännchen warnen die anderen Tiere ihrer Gruppe mit Alarmrufen vor nahenden Feinden. Bei Pinguinen erkennen Eltern ihre Jungen auch in großen Kolonien durch deren Rufe. Bei vielen Vögeln dient schon das Piepen des Kükens im Ei dazu, Kontakt mit der Mutter aufzunehmen. Säugetiere benutzen eine Reihe von Lauten und Rufen, vor allem bei der Balz und der Paarung sowie zur Abgrenzung des Reviers. Wale verständigen sich mit Ultraschall, Elefanten kommunizieren mit Infraschall (tiefen Tönen unterhalb der menschlichen Hörschwelle).
Visuelle Kommunikation mit Hilfe des Gesichtssinnes ist besonders ausgeprägt bei Vögeln und Säugetieren, aber auch bei niederen Wirbeltieren und einigen Wirbellosen anzutreffen. Leuchtkäfer („Glühwürmchen”) beispielsweise finden mit Hilfe von Lichtsignalen ihren Partner. Honigbienen beschreiben durch komplexe Tanzmuster anderen Mitgliedern ihres Volkes die Lage ergiebiger Futterquellen. Vogelmännchen zeigen bei der Balz ihr auffälliges Gefieder oder führen einen besonderen Balztanz auf. Am Balztanz beteiligt ist bei vielen Arten, z. B. Stichlingen und Molchen, auch das Weibchen; die Paarung bzw. Eiablage findet erst nach der wechselseitigen visuellen Kommunikation der Partner statt. Auch bei Säugetieren spielen visuelle Signale u. a. bei der Partnerwahl eine Rolle. Antilopen warnen mit einem leuchtend weißen Fellbereich („Spiegel”) an ihrem Hinterteil Artgenossen vor nahenden Feinden. Unter den Säugetieren haben Hunde und Schimpansen eine ausgeprägte Körpersprache entwickelt.
Einer speziellen Form von Kommunikation bedienen sich Nilhechte. Als elektrische Fische können sie elektrische Entladungen um den eigenen Körper herum erzeugen und von anderen Fischen erzeugte elektrische Felder wahrnehmen. Wenn ein Artgenosse in das Revier eines Nilhechts eindringt, signalisiert der Revierinhaber dem Eindringling mit der Frequenz der von ihm erzeugten elektrischen Entladungen den Grad seiner Aggressivität; die Entladungen dienen hier also als Drohgebärden.