| Kommunikation zwischen Tieren | Artikelansicht | ||||
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| 3. | Zwischenartliche Kommunikation |
Zwischenartliche Kommunikation findet in erster Linie zwischen Räuber und Beute statt. Sie ist notwendigerweise einseitig und wird vorwiegend genutzt, um Räuber abzuwehren. Wasserflöhe nehmen beispielsweise chemische Substanzen wahr, die Plankton fressende Fische und Mückenlarven der Gattung Chaoborus freisetzen, und versuchen dann, diesen Räubern auszuweichen. Man bezeichnet solche Signalstoffe, von denen der Empfänger profitiert, als Kairomone. Viele Tiere nehmen zur Verteidigung eine Drohhaltung ein, stellen sich tot, blähen oder plustern sich auf oder erwecken auf andere Weise den Eindruck, größer zu sein, als sie sind. Manche Tiere vertreiben Angreifer durch laute Geräusche, z. B. der Pistolenkrebs. Eine Reihe von Insekten betreibt Mimikry, d. h., sie nutzen eine spezielle Färbung, um Vögeln oder anderen Angreifern gegenüber als giftig oder ungenießbar zu erscheinen. Durch Mimikry und eine ähnliche Form der Täuschung, die Mimese, locken einige Tiere aber auch Beute an. Anglerfische (siehe Armflosser) etwa präsentieren den wurmartigen Fortsatz ihrer Rückenflosse.
Bei der symbiotischen Wechselbeziehung nutzt die zwischenartliche Kommunikation beiden Arten. Honiganzeiger beispielsweise locken Honigdachse zu einem Bienenstock, damit diese ihn aufbrechen und so auch die Vögel an die freigelegten Bienenwaben kommen. Ameisen regen Blattläuse zur Ausscheidung von nahrhaftem Honigtau an, indem sie deren Hinterleib mit ihren Fühlern betrillern. Als „Gegenleistung” für den Erhalt des Honigtaus beschützen manche Ameisenarten die Blattläuse vor Fressfeinden wie Marienkäferlarven oder transportieren sie zur Überwinterung in den Ameisenbau. In Korallenriffen besuchen zahlreiche Fischarten regelmäßig so genannte Putzerstationen und lassen sich dort von anderen Fisch- und Krebsarten Parasiten oder Nahrungsreste aus dem Mundraum oder vom Körper beseitigen – nachdem sie ihnen mit einer bestimmten Geste signalisiert haben, dass sie nicht gefressen werden. Auf solch ein Signal reagiert ein Putzerfisch (Lippfisch) oder eine Putzergarnele ebenfalls mit einer bestimmten Bewegung oder einer Änderung der Körperfärbung und zeigt sich so putzbereit.