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Ludwig XI. (von Frankreich)

Ludwig XI. (von Frankreich), (1423-1483), König von Frankreich (1461-1483), Sohn und Nachfolger Karls VII.; er führte, in Fortsetzung der Politik seines Vaters, Frankreich nach dem Hundertjährigen Krieg wieder zu Einheit und Stabilität und zu bescheidenem Wohlstand.

Ludwig wurde am 3. Juli 1423 in Bourges geboren. Zusammen mit unzufriedenen Adligen rebellierte er 1440 ohne Erfolg gegen seinen Vater. Karl söhnte sich wieder mit ihm aus und übertrug ihm die Dauphiné (seit Mitte des 14. bis Mitte des 15. Jahrhunderts die Apanage des französischen Thronfolgers, des Dauphin). Nach dem Tod seiner ersten Frau, Margarete von Schottland, heiratete Ludwig 1457 gegen den Willen seines Vaters Charlotte von Savoyen. Von 1456 bis bis zu seiner Thronbesteigung 1461 lebte er am Hofe Herzog Philipps des Guten von Burgund.

1465 übernahm Karl der Kühne von seinem Vater Philipp dem Guten das Herzogtum Burgund und entwickelte sich zum entschiedensten Gegner Ludwigs. Karl war 1465 maßgeblich am Zustandekommen der Ligue du bien public beteiligt, eines gegen Ludwig und dessen despotische Herrschaftsweise gerichteten Zusammenschlusses französischer Lehensfürsten. Ludwig versuchte, die Macht des französischen Hochadels einzuschränken, und stützte sich dabei auf den niederen Adel und die bürgerliche Mittelschicht. Nach der Niederlage und dem Tod Karls des Kühnen 1477 führte Ludwig den Krieg gegen Karls Tochter, Maria von Burgund, weiter. Zwischen 1480 und 1481 sicherte er sich u. a. die burgundischen Besitzungen Anjou, Maine und die Provence, die er als erledigte Lehen der französischen Krone einzog. Im Frieden von Arras 1482 erhielt er noch das Herzogtum Burgund und die Picardie; das Artois und die Franche-Comté verblieben bei Maria und ihrem Ehemann, dem späteren Kaiser Maximilian I.

Die Konsolidierung seiner königlichen Macht setzte Ludwig mit teils despotischen Mitteln durch und schuf damit die Grundlagen für die absolutistische Monarchie in Frankreich. Ludwig starb am 30. August 1483 in Plessis-les-Tours; sein Nachfolger wurde sein Sohn Karl VIII.

In der Literatur lebte zumeist der Tyrann Ludwig weiter, so etwa in den Romanen Quentin Durward (1823) von Walter Scott und Notre-Dame de Paris (2 Bde., 1831) von Victor Hugo.