Suchansicht Vampir

Wenn Sie nach einem bestimmten Wort, Namen bzw. Thema in diesem Artikel suchen möchten, wählen Sie in Ihrem Browser die entsprechende Option für Suche innerhalb der Seite. Im Internet Explorer finden Sie diese Option im Menü Bearbeiten.

Bei der Suche wird genau das Wort bzw. die Phrase berücksichtigt, das (die) Sie eingegeben haben. Sollte die Suche keine Ergebnisse zeitigen, versuchen Sie, nach einem Schlüsselwort in Ihrem Thema zu suchen bzw. die Schreibung des betreffenden Wortes oder Namens zu überprüfen.

Vampir

Vampir, im slawischen, rumänischen und griechischen Volksglauben ein Verstorbener, der nachts dem Grab entsteigt und sich vom Blut lebender Menschen ernährt. Zugrunde liegt die auch anderenorts verbreitete Vorstellung von Untoten oder Wiedergängern, die wegen einer ungesühnten Schuld im Grab keine Ruhe finden. Eine weitere Quelle ist in den (tatsächlich existierenden) so genannten Vampirfledermäusen zu sehen, die sich nachts in die Beine von Weidetieren verbeißen. Zur Abwehr von Vampiren waren Talismane, Kräuter oder Knoblauch gebräuchlich, eine Vernichtung war der Überlieferung zufolge nur möglich durch Verbrennung oder mit Pfählen, die man durch das Herz trieb. Tödlich für den Vampir war angeblich auch das Tageslicht. Obgleich der Vampirismus seit der Aufklärung als Aberglaube durchschaut und bekämpft wurde, regte er immer wieder die erzählerische Phantasie an und bildete schließlich, ähnlich wie das Werwolfmotiv, eine eigene Ausprägung der phantastischen Literatur bzw. der Horrorgeschichte. Der poetische Reiz resultiert zum einen aus dem blutrünstig-unheimlichen Effektpotential des Nächtlichen, einschließlich der relevanten, aus dem Schauerroman vertrauten Schauplätze (verfallene Burgen, Friedhöfe etc.), zum anderen aus der morbiden Erotik des Vampirbisses, die eine lustvoll-ambivalente Identifikation mit Täter wie Opfer erlaubt. Zum Synonym des Vampirs wurde die Titelfigur des Romans Dracula (1897) von Bram Stoker. Das literarische Motiv war indessen seit langem präsent, als frühestes Beispiel der englischen Literatur gilt John Polidoris The Vampyre (1810), gefolgt von Sheridan LeFanus Carmilla (1872). In Deutschland traten E. T. A. Hoffmann (Eine gräßliche Geschichte, in: Die Serapionsbrüder, 3. Bd., 1820) und Goethe (Die Braut von Korinth) mit Bearbeitungen hervor, in Russland Nikolaj Gogol (Der Wyj) und Alexej K. Tolstoj (Die Familie der Wurdalaken). Während die Musikgeschichte nur ein einziges Beispiel, Heinrich Marschners Oper Der Vampyr (1828) aufweist, hat der Film sich früh und ausgiebig mit dem Thema befasst. Neben einer Vielzahl billiger Gruselstreifen entstanden immer wieder cineastische Meisterwerke, wie Louis Feuillades zehnteilige Serie Die Vampire (1915-1916) oder Carl-Theodor Dreyers Vampyr – Der Traum des Allan Gray (1931), allen voran aber Friedrich Wilhelm Murnaus Nosferatu – eine Symphonie des Grauens (1922). Diese Verfilmung von Stokers Dracula steht hinsichtlich der ästhetischen und erzählerischen Qualität weit über den zahlreichen trivialen Adaptionen, wie den – allerdings beim breiten Publikum weitaus beliebteren – Fassungen von Terence Fisher (Dracula, 1958, mit Christopher Lee). Zu den wenigen Ausnahmen zählen die Versionen Tod Brownings (1930, mit Bela Lugosi in der Titelrolle und Karl Freunds expressionistischer Kamera), John Badhams (1978) und Francis Ford Coppolas (1994). Dracula wurde neben Frankenstein zur populärsten Figur des internationalen Horrorfilmes. Eine opulent inszenierte, poetische Annäherung an den Vampirmythos gelang Neil Jordan 1994 in Interview mit einem Vampir.