Belgien
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Belgien
2. Land

Belgien gliedert sich in drei Regionen: das flandrische Tiefland entlang der 66 Kilometer langen Nordseeküste (Niederbelgien), das Hügelland in der Landesmitte (Mittelbelgien) und die Mittelgebirgshöhen der Ardennen (Hochbelgien).

1. Physische Geographie

Das flandrische Tiefland erstreckt sich im Nordwesten von der Küste bis maximal rund 50 Kilometer in das Landesinnere. Das Gebiet wird hauptsächlich von Dünen und Poldern bedeckt; die Polder wurden überwiegend zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert angelegt. Das auf diese Weise dem Meer abgerungene Land macht etwa 10 Prozent der Landesfläche Belgiens aus. Dieses von Kanälen durchzogene Gebiet wird als Weideland genutzt und schwankt in der Höhe zwischen zehn und 30 Metern über dem Meeresspiegel.

Das flachwellige Hügelland Mittelbelgiens wird von der Schelde und ihren Nebenflüssen entwässert und ist von breiten Tälern mit fruchtbarem Schwemmland durchzogen. In diesem Gebiet befinden sich zahlreiche Höhlen, Grotten und Schluchten.

Die Ardennen, ein dicht bewaldetes Mittelgebirge mit einer durchschnittlichen Höhe von 490 Metern, erstrecken sich über den Südosten Belgiens bis nach Luxemburg und in die nordöstlichen Landesteile von Frankreich. Hier befindet sich der Botrange, mit 694 Metern die höchste Erhebung Belgiens. Das Hochland ist für die Landwirtschaft kaum geeignet.

2. Flüsse

Die längsten Flüsse Belgiens sind die Schelde und die Maas. Beide Flüsse entspringen in Frankreich und sind in Belgien über weite Strecken schiffbar. An der Schelde, die den stärksten Schiffsverkehr hat, liegen die Hafenstädte Antwerpen, Brüssel und Gent. Die längsten Nebenflüsse der Schelde sind Lys, Dender, Senne und Rupel. Sambre und Ourthe sind die längsten Nebenflüsse der Maas.

3. Klima

In der Küstenregion ist das Klima ozeanisch mit relativ kühlen Sommern und milden Wintern. Weiter im Landesinneren, und damit von den mäßigenden maritimen Einflüssen entfernt, herrschen größere Temperaturschwankungen vor. In den Ardennen sind die Winter vergleichsweise kalt. Hohe Niederschlagsmengen verzeichnen fast ausschließlich die höher gelegenen Landesteile. Die niederschlagsreichsten Monate sind der April und der November. Die mittlere Jahrestemperatur in Brüssel liegt bei 10 °C, im Januar beträgt die mittlere Temperatur 2,2 °C, im Juli 17,8 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt in tieferen Lagen bei 699 Millimetern; in den Ardennen werden bis zu 1 500 Millimeter erreicht.

4. Flora und Fauna

Auf sandigen Böden gedeihen Dünengräser, Heiden oder Kiefernwälder, diese wurden zumeist im Rahmen von Wiederaufforstungsmaßnahmen gepflanzt. Auf lehmigem Untergrund dominieren Eichen, Buchen und Ulmen. Im Hohen Venn, einem Bergland im Osten des Landes, gibt es aufgrund undurchlässiger Tonböden Hochmoore. Viele Tierarten sind für die mitteleuropäische Fauna typisch. Zu den Raubtieren gehören Rotfuchs, Dachs, Fischotter und andere Marderarten, in den Ardennen leben noch Wildkatzen. Paarhufer sind Rehe, Rot- und Damhirsche. Etwa 600 Quadratkilometer des Landes stehen unter Naturschutz.