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| 2. | Die synoptischen Evangelien |
Die ersten drei Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) werden auch synoptische Evangelien genannt, weil sie Leben und Wirken Jesu aus einer ähnlichen Perspektive schildern, wobei sie in der Reihenfolge der Ereignisse, in der Formulierung und in vielen Fällen auch im Stil weitgehend übereinstimmen.
Bis ins 19. Jahrhundert war man der Auffassung, dass das Matthäusevangelium das erste der Evangelien sei, Markus dagegen eine gekürzte Version von Matthäus darstelle. Lukas galt als das jüngste der drei Evangelien, wobei der Verfasser die Matthäus- und Markusevangelien als Vorlage benutzte. Heute geht die Forschung von einer veränderten Form der Zwei-Quellen-Hypothese aus, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Danach ist das Markusevangelium das früheste der Evangelien, das einen Großteil des Erzählmaterials für Matthäus und Lukas lieferte. Die zweite Hauptquelle von Matthäus und Lukas war eine Sammlung von Aussprüchen (und einigen Schilderungen) Jesu, die wahrscheinlich in Aramäisch abgefasst wurden. Diese Quelle, die vermutlich verloren ging, wird als Q (Quelle) oder auch als Logoi (griechisch: Worte oder Aussprüche) bezeichnet. Die Verfasser des Matthäus- und Lukasevangeliums haben wahrscheinlich auch Material aus anderen, ihnen persönlich zugänglichen Quellen hinzugezogen.