Devisen
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3. Devisenkurs

Der Devisenkurs (auch Wechselkurs) gibt den Preis an, zu dem eine Devise gekauft (Geldkurs) oder verkauft (Briefkurs) werden kann. Zwischen dem (niedrigeren) Geldkurs und dem (höheren) Briefkurs liegt eine Differenz (Spread), die umso höher ausfällt, je geringer die Liquidität („Zahlungsstärke”) der Devise ist. Von dieser Differenz profitieren Banken und Börsenmakler. Üblicherweise wird der Devisenkurs als Mittelkurs angegeben, der sich aus dem Durchschnitt (arithmetisches Mittel) von Geld- und Briefkurs ergibt.

Beim Devisenkurs ist eine zweifache Notierung möglich. Die Preis- oder Devisennotierung gibt den Preis einer Devise in inländischen Währungseinheiten an (z. B. 0,8 Euro pro US-Dollar). Dagegen gibt die Mengennotierung die Menge an ausländischen Währungseinheiten an, die für eine Einheit der inländischen Währung erworben werden kann (z. B. 1,25 US-Dollar pro Euro). Seit der Einführung des Euro 1999 wird in der EU einheitlich die Mengennotierung verwendet; in Deutschland war zuvor die Preisnotierung gebräuchlich gewesen. Ebenso wurde die amtliche Festlegung der Devisenkurse in Deutschland 1999 abgeschafft. Die aktuellen Devisenkurse werden seitdem durch private Banken ermittelt und bekannt gegeben.

1. Kassa- und Terminhandel

Der Devisenhandel kann als Kassageschäft (siehe Kassahandel) oder Termingeschäft durchgeführt werden (siehe Börse). Das Devisenkassageschäft ist von beiden Seiten innerhalb von zwei Werktagen zu erfüllen, das Devisentermingeschäft wird zu einem festgelegten späteren Zeitpunkt (Termin) zu vorab festgesetzten Bedingungen erfüllt, etwa zum Tageskurs bei Abschluss des Termingeschäfts. Das Devisentermingeschäft dient z. B. Unternehmen, die zu einem späteren Zeitpunkt importierte (oder exportierte) Lieferungen und Leistungen in einer Fremdwährung bezahlen (oder bezahlt bekommen), zur Absicherung gegen Kursschwankungen.

Eine Differenz zwischen Kassa- und Terminkurs einer Währung wird als Swap bezeichnet. Der Terminkurs kann über oder unter dem Kassakurs liegen (Report bzw. Deport). Eine Ausnutzung des Swaps ist durch ein so genanntes Devisenswapgeschäft möglich, den gleichzeitigen Abschluss eines Devisenkaufs (oder -verkaufs) am Kassamarkt und eines Verkaufs (bzw. Kaufs) am Terminmarkt. Vom Devisenswapgeschäft zu unterscheiden ist das Devisenarbitragegeschäft, bei dem Kursunterschiede an verschiedenen Märkten ausgenutzt werden.

2. Devisenspekulation

Die Kursbewegungen am Devisenmarkt eröffnen die Möglichkeit zur Devisenspekulation, also der Ausnutzung erwarteter Kursveränderungen. Devisenspekulation ist wie jedes andere Spekulationsgeschäft mit Risiken verbunden.

Die einfachste Form der Devisenspekulation ist der Ankauf von Devisen in der Erwartung, dass der Kurs der Fremdwährung steigt, so dass man mit Gewinn verkaufen kann. Mit Transaktionen, die zur Absicherung gegen negative Kursentwicklungen geeignet sind – wie Devisentermingeschäften (siehe oben) und Optionsgeschäften –, kann gleichermaßen auf steigende und fallende Kurse spekuliert werden.

Devisenspekulation kann Kursschwankungen abschwächen oder verstärken, im zweiten Fall also zur Destabilisierung einer oder mehrerer Währungen führen. Ein Beispiel hierfür ist die „Wette” des amerikanischen Spekulanten George Soros gegen das britische Pfund im September 1992: Die Währung verlor deutlich an Wert und schied schließlich aus dem Europäischen Währungssystem aus.

3. Staatliche Eingriffe

Ein freier oder flexibler Devisen- oder Wechselkurs wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Das freie Schwanken (Floating) kann zu erheblichen Kursänderungen führen, mit oft unerwünschten Folgen: Ein niedriger Außenwert der eigenen Währung reduziert die Kaufkraft im Ausland und verteuert Importe, eine starke Währung dagegen erschwert Exporte. Starke Schwankungen belasten den Welthandel mit großen Währungsrisiken und fördern die Devisenspekulation. Um Kursschwankungen auszugleichen oder zumindest innerhalb eines festgelegten Rahmens zu halten, kann die Zentralbank Devisen kaufen oder verkaufen.

Siehe auch Wechselkurs; Europäischer Wechselkursmechanismus; Devisenbewirtschaftung