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Stupa, auf Sri Lanka als Dagoba und in Tibet und Nepal als Tschorte bezeichnet; Sakralbauwerk der jainistischen oder buddhistischen Architektur, in dem sich Reliquien z. B. eines Buddhas befinden. Die Stupaform leitet sich von den acht Hügeln ab, unter denen nach Buddhas Tod dessen sterbliche Überreste nach einem hinduistischen Beerdigungsritus bestattet wurden. Damit war der Grundstein für die buddhistische Tempelarchitektur gelegt. In dem alten buddhistischen Ort Vaisali fand man Asche in den verfallenen Stupas, die angeblich von Buddha selbst stammte.
Die frühesten Stupas waren halbrunde Hügel, die Reliquien und Steinplastiken enthielten. Sie waren mit einem einzelnen Mast (Jaschti) versehen, der drei schirmartige Scheiben (Chattras) trug; Hügel und Säule waren mit einem Geländer umgeben. Der Hügel stellte den kosmischen Berg Meru dar, der Mast seine Achse, die viereckige Einzäunung (Harmika) um die Säule den Himmel und die drei Scheiben die „Dreifache Zuflucht” des buddhistischen Glaubens. Die Geländer ergaben sich aus der hinduistischen Tradition, geheiligte Plätze einzufrieden. Die vier Tore (Toranas) in der Einzäunung um den Stupa wurden mit Reliefplastiken der Jatakas, Legenden aus Buddhas Leben, versehen.
Stupas können aus kleinen, rudimentären Gebilden, aber auch aus reich verzierten Bauwerken bestehen, wie der Stupa in Sanchi (Indien), der vermutlich im 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut wurde. Der Stupa durfte nur in Richtung der Sonne umgangen werden, ein Ritus, der sich jedoch später im Mahayana-Buddhismus änderte. Mit der Verbreitung des Buddhismus wandelte sich die Gestalt der Stupas; sie wurde komplexer, Kuppel und Säule verschmolzen zu einer Kegelform. Im Vergleich zum relativ schlichten Stupatyp auf Sri Lanka wurden die Stupas in Nepal verziert und mit Augen versehen. Im Hinayana-Buddhismus in Südostasien ist ein glockenförmiges Stupaprofil verbreitet. In Ostasien vereinigte man die Stupaform mit der des chinesischen Wachturms, woraus sich die Pagode entwickelte.