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| 3. | Hochdeutsch |
Althochdeutsch, eine Gruppe von Dialekten ohne einheitliche Schriftsprache, wurde bis etwa 1050 gesprochen. Ab dieser Zeit begann sich eine Standardsprache auf der Basis oberdeutscher Dialekte durchzusetzen. Das moderne Hochdeutsch stammt von mittelhochdeutschen Dialekten ähnlich denen ab, die Martin Luther im 16. Jahrhundert in seiner Übersetzung der Bibel verwendete. Im sprachgeographischen Sinn umfasst der Begriff Hochdeutsch alle Dialekte, die von der zweiten Lautverschiebung erfasst wurden, im Gegensatz zum Niederdeutschen, das dieser Lautverschiebung nicht unterlag. Hochdeutsch wird südlich einer Trennlinie gesprochen, die – wie allgemein anerkannt wird – östlich von Aachen und südlich von Düsseldorf, Kassel, Magdeburg und Berlin bis nach Frankfurt an der Oder verläuft. Hochdeutsch ist wiederum in zwei Sprachbereiche aufgeteilt: Oberdeutsch, das in der Schweiz, in Österreich, Liechtenstein und Süddeutschland gesprochen wird, und Mitteldeutsch in Luxemburg und im mittleren Teil Deutschlands, wobei hier noch zwischen dem Ost- und Westmitteldeutschen unterschieden wird.
Zum Oberdeutschen gehören: (1) Alemannisch(im nordöstlichen Bereich seines Verbreitungsgebiets als Schwäbisch bezeichnet), das in den südlichen Gebieten von Baden-Württemberg und des Elsass, in der Südwestecke Bayerns und in den deutschsprachigen Gebieten der Schweiz gesprochen wird, wozu die Großstädte Basel, Zürich und Bern gehören, (2) Bairisch, das im südöstlich gelegenen Gebiet Deutschlands östlich des Lech und südlich von Nürnberg einschließlich München sowie in Österreich bis zur ungarischen Grenze im Osten einschließlich der Städte Innsbruck, Wien und Graz gesprochen wird, (3) Sprachzweige des fränkischen Dialekts, und zwar Ostfränkisch, das in der Gegend von Nürnberg, Würzburg, Bamberg und Fulda gesprochen wird, und Südfränkisch, das sich in der Gegend zwischen Karlsruhe und Heilbronn findet, sowie (4) Langobardisch, das früher in Teilen der Lombardei (Italien) gesprochen wurde, die vom deutschen Stamm der Langobarden besetzt waren und das sich heute nur noch in einigen geographischen Namen dieser Gegend wiederfindet. Das Langobardische ist sprachgeschichtlich besonders interessant, da es der älteste deutsche Dialekt ist, von dem schriftliche Aufzeichnungen (aus der Mitte des 7. Jahrhunderts n. Chr.) vorliegen. Der Großteil der deutschen Dialekte lässt sich nur bis ins 8., 9. oder 10. Jahrhundert zurückverfolgen.
Zum Mitteldeutschen gehören: (1) Rheinfränkisch, das in einem Großteil der Rheinpfalz und in Hessen gesprochen wird, wozu Mainz, Heidelberg, Frankfurt am Main und Marburg gehören, (2) Moselfränkisch, das beiderseits der Mosel gesprochen wird und sein Kerngebiet in Trier hat und mit (3) Ripuarisch, das zwischen Aachen und Köln benutzt wird, das Mittelfränkische bildet, (4) Thüringisch, das man in der Umgebung von Weimar, Jena und Erfurt hört, (5) Obersächsisch, das in Sachsen einschließlich Dresden und Leipzig gesprochen wird, und (6) Schlesisch, das in Ober- und Unterschlesien, nordwestlich und südöstlich von Wrocław (früher Breslau, jetzt in Polen), zu finden ist.