Azteken
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Azteken
5. Gesellschaft und Religion

Die Gesellschaft der Azteken war in drei Klassen untergliedert: in Sklaven, Gemeine und den Adel. Der Status der Sklaven entsprach in etwa dem der „Indentured Servants” (Sklaven auf Zeit) im kolonialen Nordamerika. Obwohl Arme ihre Kinder in die Sklaverei verkaufen konnten, galt dies oft nur für einen begrenzten Zeitraum. Die Sklaven konnten sich ihre Freiheit erkaufen. Darüber hinaus erhielten diejenigen, denen es gelang, ihren Herren zu entfliehen und sich in den königlichen Palast zu retten, sofort die Freiheit. Die Gemeinen, oder Maceualtin, erhielten auf Lebenszeit ein Stück Land zugewiesen, auf das sie ihr Haus bauen durften. Der untersten Schicht der Gemeinen, den Tlalmaitl, war Eigentum jedoch untersagt; sie waren Pächter. Die Adelsschicht umfasste den erblichen Adel, die Priesterschaft sowie diejenigen, die sich ihre Stellung erarbeitet hatten (insbesondere die Krieger).

In der aztekischen Religion gab es zahlreiche Götter, die das tägliche Leben der Menschen bestimmten. Die wichtigsten waren Huitzilopochtli (der Sonnengott), Coyolxauhqui (die Mondgöttin, die im aztekischen Mythos von ihrem Bruder, dem Sonnengott, getötet wird), Tlaloc (der Regengott) sowie Quetzalcoatl (Erfinder der Schrift und des Kalenders). Letzterer galt zudem als Verkörperung der Auferstehung.

Menschen- und Tieropfer waren ein unverzichtbarer Bestandteil der aztekischen Religion. Für die Krieger war es die höchste Ehre, in der Schlacht zu fallen oder als Freiwillige an rituellen Menschenopfern teilzunehmen. Oft wurden jedoch auch Gefangene geopfert. Die Opfer schritten die Stufen einer Tempelpyramide hinauf, legten sich oben auf einen gewölbten Stein, und Priester schnitten ihnen mit einem Feuersteinmesser das Herz heraus.

Die Azteken bedienten sich einer Bilderschrift, die auf Papier oder Leder aufgetragen wurde. Einige dieser Schriften, die so genannten Codices, sind überliefert. Zudem benutzten sie ein Kalendersystem, das zuvor von den Maya-Völkern entwickelt worden war. Dieses System umfasst 365 Tage, die auf 18 Monate mit je 20 Tagen aufgeteilt sind. Dazu kamen fünf so genannte „Ausgleichstage”, die Unglück verhießen. Ein weiterer Kalender mit 260 Tagen (20 Monate à 13 Tage) wurde ausschließlich für Zwecke der Wahrsagerei verwendet.