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| 4. | Religiöse Feste |
Der religiöse Festkalender spiegelte Roms Aufgeschlossenheit für die Kulte und Götter der eroberten Gebiete wider. Die ursprünglichen römischen religiösen Feste waren nur gering an Zahl. Einige der ältesten Feste hielten die Erinnerung an die Fruchtbarkeits- und Beschwichtigungsriten einer primitiven Ackerbaugesellschaft aufrecht. Neue Feste wurden jedoch eingeführt, um die Einbürgerung neuer Götter zu kennzeichnen. Schließlich gab es so viele, dass die Festtage im Kalender die Werktage übertrafen. Zu den wichtigeren religiösen Festen zählten die Saturnalien, die Lupercalia, die Equirrien und die Säkularspiele.
In der Kaiserzeit wurden die Saturnalien sieben Tage lang, vom 17. bis 23. Dezember, zur Zeit der Wintersonnenwende gefeiert. In dieser Zeit wurde die Arbeit eingestellt und den Sklaven die Freiheit geschenkt. Man beschenkte sich gegenseitig, und die Stimmung war ausgelassen. Die Lupercalia war ein uraltes Fest und ursprünglich dem italischen Hirtengott Lupercus geweiht. Sie wurde am 15. Februar vor seiner Grotte, der Lupercal, am Fuß des Palatin (Mons Palatinus) begangen, wo die legendären Gründer Roms, die Zwillinge Romulus und Remus, von einer Wölfin aufgezogen wurden. Eine der römischen Legenden, die sich um sie ranken, handelt von dem Hirten Faustulus, der die Zwillinge in der Höhle der Wölfin fand und mit nach Hause nahm, wo seine Gattin Acca Larentia sie großzog.
Die Equirrien, ein Fest zu Ehren des Mars, wurde am 27. Februar und am 14. März abgehalten, traditionsgemäß die Jahreszeit, in der neue Feldzüge vorbereitet wurden. Pferderennen auf dem Marsfeld bildeten den Höhepunkt des Festes.
Die Säkularspiele mit sportlichen Wettkämpfen sowie Opferungen wurden in unregelmäßigen Abständen veranstaltet. Traditionsgemäß wurden sie nur alle 100 Jahre begangen, um den Beginn eines neuen Säkulums oder Zeitalters zu würdigen. Diese Tradition wurde jedoch oft vernachlässigt.