| Madagaskar | Artikelansicht | ||||
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| 2. | Physische Geographie |
Das Landesinnere wird von einer von Gebirgen umrahmten Hochebene geprägt. Diese sind teils vulkanischen Ursprungs und erheben sich im Maromokotro, im Norden des Landes, bis zu einer Höhe von 2 876 Metern. Die Ankaratraberge nahe der Stadt Antananarivo erreichen eine maximale Höhe von 2 643 Metern. Die Landschaft fällt nach Osten steil ab zu einem schmalen Tiefland, das bis an den Indischen Ozean reicht. Nach Westen neigt sich das Gelände allmählich zu einer etwas breiteren Küstenebene an der Straße von Moçambique. Die fruchtbarsten Böden sind im Küstentiefland und in den Flusstälern der zentralen Hochebene entwickelt.
| 1. | Flüsse und Seen |
Die Hauptflüsse Madagaskars heißen Betsiboka, Tsiribihina, Mangoky und Onilahy. Sie entspringen in den Hochländern nahe der Ostküste, fließen in westlicher Richtung durch fruchtbare Täler und münden in die Straße von Moçambique. Die Flüsse, die in den Indischen Ozean münden, sind dagegen kurz, haben hohe Fließgeschwindigkeiten und stürzen häufig von den Hochlandgebieten in Wasserfällen herab. Der größte See ist der Alaotrasee in der Nähe von Toamasina. Die durch übermäßige Entwaldung verursachte Bodenerosion und eine unzureichende Abwasserentsorgung sind Hauptgründe für eine starke Verschmutzung von Oberflächengewässern. In ländlichen Regionen haben nur 35 Prozent (2004) der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser. Insgesamt verfügen lediglich 50 Prozent (2004) der Gesamtbevölkerung Madagaskars über eine Versorgung mit unbedenklichem Trinkwasser.
| 2. | Klima |
Madagaskar hat ein weitgehend tropisches Klima. Der östliche Landesteil erhält hohe Niederschläge, stellenweise werden über 3 000 Millimeter im Jahr erreicht. Die im Regenschatten des Südostpassats liegende zentrale Hochebene ist wesentlich trockener. Der meiste Regen fällt hier zwischen November und April, bis Oktober herrscht Trockenzeit. Im Süden und Südwesten werden in einigen Regionen sogar 400 Millimeter Jahresniederschlag unterschritten. In den Küstenregionen ist es im Allgemeinen das ganze Jahr über heiß. Im östlichen Tiefland betragen die Jahresdurchschnittstemperaturen 20 bis 26 °C. In der zentralen Hochebene herrscht ein gemäßigtes Klima mit warmen Sommern und kühlen Wintern. Im Sommer können Orkane Madagaskar erreichen.
| 3. | Flora und Fauna |
Da die Insel aufgrund ihrer langen Isolation viele endemische (nur dort lebende) Arten aufweist, ordnet man sie (mit Komoren, Seychellen und Maskarenen) einer eigenen biogeographischen Subregion zu. Die natürliche Vegetation Madagaskars wurde vor allem durch Brandrodung weitgehend zerstört. Die artenreichen tropischen Regenwälder im Osten und Nordwesten der Insel sind größtenteils verschwunden, die Anzahl zusammenhängender Waldflächen nimmt rapide ab. Den 1999 veröffentlichten Ergebnissen einer Studie zufolge sind von der ursprünglichen Waldfläche Madagaskars nur noch etwa 10 Prozent erhalten. Allein der jährliche Verlust an Waldfläche durch Buschfeuer wird auf 150 000 bis 250 000 Hektar beziffert. Zum Schutz eines der letzten noch erhaltenen Waldgebiete und seiner einzigartigen biologischen Vielfalt wurden die Regenwälder von Atsinanana im Osten Madagaskars 2007 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
Zu den etwa 12 000 Pflanzenarten Madagaskars gehören viele Orchideen- und Baumarten; etwa 80 Prozent der Blütenpflanzenarten sind endemisch. Savannen aus Bäumen und Grasland bestimmen die trockeneren Westgebiete; im äußersten Südwesten herrscht Dornstrauchsavanne.
Charakteristische Tierarten sind die Lemuren, ursprüngliche Primaten, die unter der Zerstörung der madagassischen Wälder besonders stark zu leiden haben; bekannte Arten sind Katta, Aye-Aye und Indri. Die Raubtierfauna besteht ausschließlich aus Schleichkatzen, die größte Art ist die Fossa. Eine urtümliche Gruppe von Insektenfressern sind die Tanreks oder Madagaskar-Igel. Von den 202 Vogelarten sind über 100 endemisch, dazu gehören Blauwürger, Erdracken, Stelzenrallen und Kurols; ausgestorben sind Madagaskarstrauße. Die einzigen Amphibien sind Frösche, die mit 179 Arten, meist Baumfrösche, auf Madagaskar leben. Die Reptilienfauna ist durch 363 Arten repräsentiert, die größten Reptilien sind Krokodile; mit rund 60 Spezies kommen mehr als die Hälfte aller Chamäleonarten auf Madagaskar vor.
Madagaskar war das erste afrikanische Land, das sich an dem Vorhaben Debt-for-Nature (Schuldenerlass gegen Naturschutz) beteiligte. Man bemüht sich durch Wiederaufforstungsprojekte, Baumbestände in Hochlandgebieten zu fördern. Die Regierung hat 2,6 Prozent (2007) der gesamten Landesfläche unter Schutz gestellt. Das Tsingy de Bemaraha-Naturschutzgebiet wurde 1990 zum Weltnaturerbe erklärt. Madagaskar ratifizierte mehrere internationale Umweltabkommen, die Themen wie Artenvielfalt, Desertifikation, gefährdete Arten, den Erhalt der Meeresflora und -fauna, den Schutz der Ozonschicht sowie das Verbot von Atomtests betreffen.