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| 2. | Material und Techniken |
Eine Skulptur kann aus nahezu jedem beliebigen organischen oder anorganischen Material gefertigt werden. Die entsprechenden Verfahren reichen zurück bis in das Altertum und haben sich bis heute kaum entscheidend verändert. Sie können nach dem angewandten Material wie Stein, Metall, Ton, Elfenbein oder Holz sowie nach der eingesetzten Bearbeitungstechnik, z. B. Meißeln, Schnitzen, Modellieren oder Gießen, unterschieden werden. Im 20. Jahrhundert wurde die Bildhauerkunst durch neue Techniken, z. B. Schweißen und Assemblage (Montage), sowie durch neue Materialien enorm bereichert.
| 1. | Meißeln |
Bei diesem zeitraubenden Verfahren, das mit äußerster Sorgfalt ausgeführt werden muss, nimmt der Künstler überflüssiges Material vom Block weg (d. h. er behaut ihn), bis die gewünschte Form erreicht ist. Das verwendete Material ist meist hart und schwer, die Gestaltung der Form ist in der Regel eher kompakt und wird von der Beschaffenheit des Materials bestimmt. Die schmalen Maße des Marmorblockes etwa, den Michelangelo für seinen David (1501-1504, Accademia, Florenz) verwendete, wirkten sich entscheidend auf die Pose der Figur aus und beschränkten ihre Auswärtsbewegung in den Raum.
Abhängig vom Material und der Bearbeitungsphase, in der sich das Werk befindet, verwendet man unterschiedliche Werkzeuge. Bei einem Steinblock wird die Grobbearbeitung der Form mitunter von einem assistierenden Künstler ausgeführt. Der Bildhauer fährt dann mit den feineren Schneide- und Meißelvorgängen fort. Je weiter die Arbeit fortschreitet, desto feinere Werkzeuge kommen zum Einsatz, z. B. Bogenbohrer und Raspeln. Die Endbearbeitung geschieht mit Feinraspeln. Zum Schluss wird das Stück mit Bimsstein oder Sand poliert und – falls eine hohe Oberflächenglätte erwünscht ist – mit durchsichtiger Patina auf Öl- oder Wachsbasis behandelt.
| 2. | Modellieren |
Beim Modellieren wird eine Form aus weichem Material erstellt. Dies ermöglicht dem Künstler ein rasches Arbeiten, so dass er auch flüchtige Eindrücke festhalten kann, ähnlich wie dies ein Maler in einer schnellen Skizze tut. Ton und tonähnliche Stoffe, die gebrannt werden, um Haltbarkeit zu erzielen, werden schon seit dem Altertum zum Modellieren verwendet.
| 3. | Gießen |
Eine weitere Möglichkeit, einer modellierten Figur eine dauerhafte Form zu verleihen, besteht darin, sie in Bronze oder einem anderen haltbaren Metall zu gießen. Dabei kommen zwei verschiedene Gusstechniken zum Einsatz: das Wachsausschmelzverfahren (Cire perdue) und der Sandguss. Beide Verfahren werden seit der Antike verwendet, wobei das Wachsausschmelzverfahren weiter verbreitet ist. Der Sandguss ist ein kompliziertes Verfahren, bei dem man aus feinem, gebundenem Sand, der mit einer geringen Menge Lehm vermischt ist, ein positives Modell und eine etwas größere, negative Form des Originals fertigt. In den Zwischenraum zwischen diesen beiden Formen gießt man geschmolzenes Metall, das dann aushärtet.
| 4. | Assemblage und Objektkunst |
Diese Techniken haben ihren Ursprung in der Collage, einer Technik der Malerei. Pablo Picasso und Georges Braque schufen dreidimensionale Objekte aus Papier und Resten anderer Materialien. Solche Objekte wurden als Konstruktionen bezeichnet. Der Begriff Assemblage wurde von dem französischen Maler Jean Dubuffet geprägt. Er bezeichnete damit seine eigenen Werke, die aus Collagen entstanden.