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| 1. | Einleitung |
Sri Lanka, offiziell Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka (bis 1972 Ceylon), Inselstaat im Indischen Ozean vor der südöstlichen Küste Indiens, Mitgliedsstaat des Commonwealth. Die Palkstraße und der Golf von Mannar trennen Sri Lanka von Indien. Zwischen den beiden Staaten liegt eine Kette winziger Inseln, die so genannte Adamsbrücke. Die Insel erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über etwa 440 Kilometer, in Ost-West-Richtung misst sie an ihrer breitesten Stelle ungefähr 220 Kilometer, und ihre Gesamtfläche beträgt 65 610 Quadratkilometer. Der Regierungssitz ist Sri Jayawardenepura, Hauptstadt und zugleich größte Stadt ist Colombo.
Sri Lankas Küste, vor allem im Westen, Süden und Südosten, ist von Palmen gesäumt. Die nördliche Küstenlinie wird von Lagunen geprägt, im Osten findet man zahlreiche Strandseen, den Westen charakterisieren Nehrungen und Sanddünen. An der stärker zerklüfteten nordöstlichen Küste liegt der Hafen von Trincomalee, der als einer der besten natürlichen Häfen der Erde gilt. An der Südwestküste befinden sich u. a. der weitgehend künstlich angelegte Hafen von Colombo und der Hafen von Galle. Die Gesamtlänge der Küste Sri Lankas beträgt 1 340 Kilometer.
| 2. | Land |
Ein herausragendes Merkmal der Topographie Sri Lankas ist das zentrale Hochland im südlichen Teil des Landes, dessen höchster Punkt, der Gipfel des Pidurutalagala, eine Höhe von 2 524 Metern erreicht. Hier befinden sich die beiden Hochebenen Nuwara-Eliya und Horton, die die wichtigsten kommerziellen Teeanbaugebiete Sri Lankas sind.
| 1. | Flüsse und Seen |
Die gebirgige Region im Landesinneren ist besonders reich an Flüssen und Strömen, deren Lauf von Stromschnellen unterbrochen wird. Der längste Fluss ist der Mahaweli Ganga, der südlich von Trincomalee in den Indischen Ozean mündet. Andere Flüsse sind z. B. der Kelani, dessen Mündung in der Nähe von Colombo liegt, und der Kalu, der bei Kalutara an der Südwestküste ins Meer fließt.
| 2. | Klima |
Sri Lanka liegt im Bereich des innertropischen Äquatorialklimas. Im Südwesten der Insel erreichen die Niederschläge Höhen bis zu 2 500 Millimetern mit zwei Maxima im Mai und Oktober. Im Osten sinken die Niederschlagsmengen auf 1 500 Millimeter pro Jahr. Die trockensten Gebiete liegen im Nordosten und Südwesten. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 32,2 °C im Tiefland und 21,1 °C in den höheren Gebirgsregionen.
| 3. | Flora und Fauna |
Sri Lanka ist bekannt für die Schönheit und Vielfalt seiner Vegetation. Insgesamt sind rund 28 Prozent der Landesfläche bewaldet. Im Südwesten des Landes sind riesige Flächen von dichtem tropischen Regenwald bedeckt. Die höheren Bergregionen sind ebenfalls stark bewaldet. In den Küstenebenen gedeihen viele verschiedene Palmenarten. Savannen und Trockenwälder bestimmen den nördlichen und östlichen Teil der Insel.
Die Tierwelt Sri Lankas, zu der auch viele vom Aussterben bedrohte Tierarten zählen, ist sehr vielfältig und umfasst u. a. Geparden, Leoparden, verschiedene Affenarten und Elefanten. Es gibt auch zahlreiche Reptilienarten, darunter Krokodile und Pythons.
| 4. | Umweltsituation |
Die Entwaldungsrate ist sehr hoch, da die Regenwälder für die Gewinnung von Brennholz, für den Holzexport oder für die Anlage von Plantagen gerodet werden. Dadurch geht ein Großteil des Lebensraumes für die Flora und Fauna verloren, und die Böden unterliegen verstärkter Erosion. Ein weiteres Problem ist die Wilderei, der noch immer zahlreiche gefährdete Arten zum Opfer fallen. Die Ökosysteme an der Küste Sri Lankas leiden unter der Einleitung von Abwässern. Dennoch bemüht sich die Regierung von Sri Lanka um den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt. Etwa 15,5 Prozent (2007) der Landesfläche stehen unter Naturschutz. Das Schutzgebiet Sinharaja umfasst eines der letzten Gebiete unberührten Regenwaldes auf der Insel. Es wurde 1988 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.
| 3. | Bevölkerung |
Etwa 74 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas sind Singhalesen. Die größten Minderheiten sind die Ceylon-Tamilen und die indischen Tamilen, die zusammen etwa 18 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die übrige Bevölkerung umfasst die Moors (Nachfahren der arabischen See- und Handelsleute), die Burgher (Nachkommen der Portugiesen und Niederländer), die Malaien und die Wedda, die Ureinwohner Sri Lankas.
Die Einwohnerzahl Sri Lankas beträgt etwa 21,1 Millionen (2008); daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 326 Menschen pro Quadratkilometer.
| 1. | Wichtige Städte |
21 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas leben in Städten. Die Hauptstadt Colombo hat etwa 642 000 Einwohner. Die wichtigsten Städte sind neben der Hauptstadt der Seehafen Jaffna (146 000), der Regierungssitz Sri Jayawardenepura (117 000), die ehemalige Hauptstadt Kandy (110 000) und der Seehafen Galle (90 900).
| 2. | Sprache |
Die Amtssprachen Sri Lankas sind Singhalesisch (Sinhala) und Tamil. Singhalesisch ist eine indoarische Sprache, deren Wurzeln im Sanskrit und im Pali liegen und die von mehr als 70 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. Die Menschen in den nördlichen und östlichen Provinzen, etwa 20 Prozent der Gesamtbevölkerung, sprechen Tamil, eine der dravidischen Sprachen (indische Sprachen). Englisch war offiziell bis 1957 Amtssprache und wird heute als Handels- und Bildungssprache eingesetzt
| 3. | Religion |
Der Buddhismus, der im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Sri Lanka kam, ist noch heute die wichtigste Religion auf der Insel. Der auf Sri Lanka praktizierte Buddhismus weist sowohl Elemente des Hinduismus als auch des Islam auf. Etwa 69 Prozent der Bevölkerung gehören dem Buddhismus an, 15 Prozent sind Hindus, 8 Prozent sind Christen und weitere 8 Prozent Muslime.
Obwohl der Buddhismus die Hauptreligion ist, orientiert sich die singhalesische Gesellschaft am hinduistischen Kastensystem. Die Gesellschaft der Ceylon-Tamilen ist eine modifizierte Form des indischen Kastenwesens.
| 3.1. | Feiertage |
Nach dem buddhistischen Mondkalender ist an jedem Vollmond oder Poya Dawasa Feiertag. Außerdem wurde mindestens ein wichtiger Tag jeder bedeutenden Religion zum Nationalfeiertag erklärt. Für den Islam sind dies beispielsweise Idul Fitr, das Fest am Ende des Fastenmonats Ramadan, und Idul Adha, das Opferfest. Ostern und Weihnachten (25. Dezember) sind die höchsten christlichen Feste. Deepawali ist ein hinduistisches Fest, das auch als Lichterfest bekannt ist. An vielen anderen religiösen Feiertagen huldigen die Menschen buddhistischen oder hinduistischen Gottheiten. Politische Feiertage sind der Tag der Nation (4. Februar), der 1. Mai und der Tag der Nationalhelden (22. Mai).
| 4. | Soziales |
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Frauen 77,1 Jahre, bei Männern 73 Jahre (2008).
| 4. | Bildung und Kultur |
In Sri Lanka besteht eine allgemeine Schulpflicht von 9 Jahren (2002–2003). Bis zur Hochschulreife sorgt der Staat für eine kostenlose Schulbildung. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 92,8 Prozent. Die Universität Sri Jayewardenepura in Colombo wurde 1942 als Universität von Ceylon gegründet. Sie ist eine der wichtigsten höheren Bildungseinrichtungen des Landes.
| 1. | Kultureinrichtungen |
Die Museumsbibliothek des Nationalmuseums in Colombo von 1870, in der die Sammlung der Orientalischen Bibliothek der Regierung aufbewahrt wird, ist die größte Bibliothek des Landes. Die älteste ist das Department of National Archives in Colombo, das die amtlichen Aufzeichnungen der niederländischen Verwaltung von 1640 bis 1796, der britischen Verwaltung von 1796 bis 1948 und der seit 1948 unabhängigen Nation enthält.
| 2. | Kunst und Sehenswürdigkeiten |
Die Religion spielt auf Sri Lanka eine große Rolle. Die meisten öffentlichen Feiertage beruhen auf religiösen Festen. Die jährliche, von Fackeln begleitete Tempelprozession Perahara, an der mit Ornamenten geschmückte Elefanten und Hunderte von Tänzern teilnehmen, zieht Tausende von Gläubigen an. Pilgerreisen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Die wichtigste Pilgerreise ist dabei die Wanderung zum Berggipfel Adam’s Peak. Die Muslime glauben, dass Adam und Eva hier lebten, nachdem sie aus dem Paradies vertrieben worden waren. Die Buddhisten besuchen einen Felsen auf diesem Gipfel, von dem sie glauben, dass auf ihm ein Fußabdruck Buddhas zu sehen sei. Eine weitere Pilgerstätte ist der Tempel des Zahns in Kandy, wo angeblich einer von Buddhas Zähnen in einem Schrein aufbewahrt wird.
In der Region Bandarawela im Süden wurden Fundstücke aus der mittleren Steinzeit, z. B. Knochen und Wetzsteine, gefunden. In der Nähe wurden außerdem Werkzeuge aus Quarz, die aus der Spätsteinzeit stammen, ausgegraben. Fundstellen von frühbuddhistischen Kunsthandwerksgegenständen aus Ton und Eisen sind überall im Land verstreut. Hinduistische Grabrelikte aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. sind in der nordwestlichen Provinz entdeckt worden. Die Nationalmuseen Sri Lankas in Colombo, Kandy, Ratnapura, Anuradhapura, Galle und Trincomalee besitzen sehenswerte Sammlungen archäologischer und geschichtlicher Zeugnisse des Landes.
| 5. | Verwaltung und Politik |
Die Herrschaft der Briten, die den Ceylonesen ab 1912 schrittweise politische Partizipationsmöglichkeiten einräumten, hatte einen bleibenden Einfluss auf die politische Entwicklung Sri Lankas. Die erste Verfassung des unabhängigen Inselstaates von 1948 sah zwei parlamentarische Kammern nach dem britischen Modell vor und hatte ansonsten auch viel Ähnlichkeit mit der indischen. Doch dies erwies sich im Falle Sri Lankas, wo mehrere ethnische Minderheiten einer erdrückenden singhalesischen Majorität gegenüberstehen, als fatale Fehlkonstruktion. Der systematisch betriebenen Marginalisierung dieser Minderheiten, allen voran der Tamilen, leistete das völlige Fehlen föderativer Elemente Vorschub, die zumindest auf Ebene der Provinzen und Distrikte einen politischen Gestaltungsspielraum hätten eröffnen können. Die Regierung unter Führung der singhalesischen Sri Lanka Freedom Party (SLFP), die 1970 auch mit dem Auftrag gewählt wurde, die Verfassung besser an die nationalen Gegebenheiten anzupassen, verschärfte den Missstand noch, indem sie die zweite Kammer abschaffte, den Buddhismus zur Staatsreligion erklärte und Singhalesisch zur allein gültigen Amtssprache erhob. Außer bei der tamilischen Federal Party (FP), die diese Reformen als Kriegserklärung interpretierte, stießen Regierung und SLFP aufgrund ihrer autokratischen Züge selbst bei der gemäßigten singhalesischen United National Party (UNP) auf Kritik. So ließ nach dem Regierungswechsel eine neue Verfassung nicht lange auf sich warten. Die UNP lehnte sich bei ihrer Reform des politischen Systems 1978 an das französische Regierungsmodell an, stattete allerdings den Präsidenten zulasten des Parlaments mit einer weit überdurchschnittlichen Machtfülle aus. 1998 wurde eine vierte Verfassung in Angriff genommen, die aufgrund von Widerständen seitens der Opposition und der tamilischen Befreiungsbewegung bisher nicht verabschiedet werden konnte. Dabei sieht der Entwurf die Abschaffung der Exekutivvollmachten des Präsidenten, eine Stärkung des Parlaments und eine Dezentralisierung der politischen Kompetenzen zugunsten der Regionalregierungen vor, was den ethnischen Minoritäten deutlich mehr politische Teilhabemöglichkeiten eröffnen würde.
Trotz einer in den achtziger Jahren in Gang gesetzten Privatisierungswelle ist Sri Lanka gemäß der seit 1978 gültigen Verfassung nach wie vor eine demokratische sozialistische Republik, deren Regierung eigentlich auf kollektivierte Eigentumsverhältnisse zur Herbeiführung sozialer Gerechtigkeit festgelegt ist.
| 1. | Exekutive |
Hinsichtlich des politischen Systems ist Sri Lanka eine unitaristische Präsidialrepublik. Staats- und Regierungschef ist der Staatspräsident, der zugleich Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Er wird für maximal zwei sechsjährige Amtszeiten direkt vom Volk gewählt. Assistiert wird ihm bei seinen Regierungsgeschäften von einem Kabinett aus Ministern mit einem vorsitzenden Ministerpräsidenten, der in der Regel von der Mehrheitspartei im Parlament gestellt wird, aber keine außerordentlichen exekutiven Amtsbefugnisse besitzt. Alle Kabinettsmitglieder werden auf Vorschlag des Parlaments vom Präsidenten ernannt, wobei in der Praxis eine Vorauswahl in enger Abstimmung zwischen dem Präsidenten und dem designierten Ministerpräsidenten stattfindet. Das Recht, jede Entscheidung der Legislative und der Judikative durch sein Veto zu blockieren, eröffnet dem Präsidenten weitreichenden Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse, die Auswirkungen bis hinein in die Parteien zeitigen. Der Vollzug der exekutiven Maßnahmen obliegt einem riesigen, zentralistischen, hierarchisch gegliederten bürokratischen Beamtenapparat – einem Relikt aus Kolonialzeiten, dessen prestigeträchtige Posten äußerst begehrt sind.
| 2. | Legislative |
Für die Gesetzgebung in Sri Lanka ist ein aus einer Kammer bestehendes Parlament zuständig, dessen Souveränität durch den übermächtigen Präsidenten stark eingeschränkt ist. Die Verteilung der 225 Sitze erfolgt regulär alle sechs Jahre durch eine Volkswahl nach Maßgabe eines 1989 modifizierten Proporzsystems zur Repräsentation der Distrikte. 196 Abgeordnete werden direkt gewählt, die restlichen Mandate nach dem Stimmenanteil der Parteien vergeben. Das Parlament kann zur Herbeiführung von Neuwahlen jederzeit vom Präsidenten aufgelöst werden.
| 3. | Judikative |
Höchste Organe der Rechtsprechung in Sri Lanka sind der Oberste Gerichtshof, der auch für Verfassungsfragen zuständig ist, sowie der Appellationsgerichtshof, deren Richter vom Präsidenten bestellt werden. Ferner existieren auf gesamtstaatlicher Ebene der Hohe Gerichtshof und für spezielle Rechtsgebiete zuständige Gerichte erster Instanz sowie im Bedarfsfall vom Parlament berufene Sondertribunale. Alle Richter der Gerichte erster Instanz mit Ausnahme des Hohen Gerichtshofes werden von der Judicial Service Commission ernannt, die sich aus dem Vorsitzenden und zwei weiteren Richtern des Obersten Gerichtshofes zusammensetzt. Die Rechtsprechung in Sri Lanka vollzieht sich auf der Grundlage einer komplexen Mischung aus britischem, römisch-holländischem, singhalesischem und islamischem Recht, durchsetzt mit Elementen des Gewohnheitsrechts.
| 4. | Kommunalverwaltung |
Sri Lanka gliedert sich administrativ in neun Provinzen – Western, Southern, Sabaragamuwa, Central, Uwa, Eastern, North-Western, North-Central und Northern –, die sich ihrerseits jeweils aus zwei bis drei Distrikten (insgesamt 25) zusammensetzen. Auf allen Ebenen existieren zwar Lokalregierungen, die jedoch angesichts des zentralistischen Staatsaufbaus nur wenig Autorität und geringen Handlungsspielraum haben.
| 5. | Politik |
Wichtigste Parteien und politische Gruppierungen in Sri Lanka sind das Linksparteienbündnis People’s Alliance (PA), die liberal-konservative United National Party (UNP), die Independent Group Jaffna, hinter der sich die Eelam People’s Democratic Party (EPDP) verbirgt, der Sri Lanka Muslim Congress (SLMC), die Tamil United Liberation Front (TULF), die Democratic People’s Liberation Front (DPLF) als politischer Arm der People’s Liberation Organization of Tamil Eelam (PLOTE), die Sri Lanka Progressive Front (SLPF) und die Independent Group Nuwara Eliya. Die tamilische Befreiungsorganisation Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) tritt seit Aufhebung ihres Verbotes 2002 auch als politische Pressuregroup auf.
| 6. | Wirtschaft |
Sri Lankas Wirtschaft beruht hauptsächlich auf der Landwirtschaft, die teilweise der Selbstversorgung, teilweise dem Export dient. Auf verstaatlichten Plantagen werden Tee, Kautschuk und Kokosnüsse angebaut, die fast die Hälfte der Exporteinnahmen des Landes ausmachen. Neben dem traditionellen Handwerk und dem Fremdenverkehr sind auch Industrie und Bergbau von wirtschaftlicher Bedeutung. Abgebaut werden Edel- und Halbedelsteine, Graphit, Kaolin und Titanrohstoffe. Gegen Ende der siebziger Jahre startete die Regierung ein neues Programm zur Beschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums, das auch die Abschaffung verschiedener staatlicher Monopole beinhaltete, um den Wettbewerb auf dem privaten Sektor anzukurbeln. Mitte der achtziger Jahre versuchte sie, ausländische Investoren für exportorientierte Industriezweige zu gewinnen. In den neunziger Jahren verschlechterten sich Sri Lankas Zukunftsaussichten jedoch infolge der hohen Arbeitslosigkeit und der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen. Sri Lankas Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei 26 964 Millionen US-Dollar, was einem BIP pro Einwohner von 1 355,90 US-Dollar entspricht. Die Handelsbilanz von Sri Lanka ist negativ.
| 1. | Landwirtschaft |
Etwa 29 Prozent der Fläche Sri Lankas werden landwirtschaftlich genutzt, davon rund 12 Prozent für den Teeanbau. Sri Lanka ist der drittgrößte Teeproduzent der Erde, nach Indien und China. Der Export von Tee bringt etwa ein Viertel der gesamten Exporteinnahmen des Landes.
Das Grundnahrungsmittel der Bevölkerung und die wichtigste Nutzpflanze der Insel ist Reis. Für den Reisanbau wird mehr Fläche bewirtschaftet als für den Anbau jeder anderen Nutzpflanze. Gemüse wird nur in kleinen Mengen und nur für den Eigenbedarf angebaut. Große Mengen Zucker, Weizen und Reis müssen importiert werden.
| 2. | Forstwirtschaft und Fischerei |
Der Bedarf an Holz wird durch die staatlichen Waldbestände gedeckt. Die jährliche Holzernte beträgt etwa 9,1 Millionen Kubikmeter. Mehr als 90 Prozent der Holzernte werden als Brennstoff verwendet. Das Fischereiwesen beschränkt sich auf einen kleinen Küstenstreifen und trägt nur relativ wenig zur Volkswirtschaft bei. 2005 beliefen sich die Fangzahlen auf etwa 164 230 Tonnen Fisch.
| 3. | Industrie |
Die Industrie spielt in Sri Lanka eine untergeordnete Rolle, sie macht 27,1 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts des Landes aus (2006). Die bedeutenderen Industrieunternehmen, von denen sich die meisten ganz oder zum Teil in staatlicher Hand befinden, sind neben einer Erdölraffinerie eine Reifenfabrik und ein Stahlwerk. Daneben werden Zement, Textilien, Kleidung, Zucker, Zigaretten, Papier- und Lederwaren, elektronische Anlagen und chemische Erzeugnisse hergestellt.
| 4. | Währung und Außenhandel |
Die Währung Sri Lankas ist die Sri-Lanka-Rupie, die sich aus 100 Sri-Lanka-Cents zusammensetzt. Importiert werden hauptsächlich Industrieprodukte, Maschinen und Transportausrüstungen sowie Nahrungsmittel. Sri Lankas wichtigste Handelspartner sind Japan, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Deutschland, Iran und Indien.
| 5. | Verkehrswesen |
Die meisten Regionen der Insel werden durch das etwa 97 286 Kilometer lange Straßennetz gut erschlossen (2003). 81 Prozent der Straßen sind asphaltiert. Das Schienennetz hat insgesamt eine Länge von 1 449 Kilometern (2003).
Sri Lanka besitzt drei internationale Flughäfen. Die staatliche Fluggesellschaft Air Lanka fliegt sowohl inländische als auch ausländische Ziele an.
| 7. | Geschichte |
Archäologische Funde belegen, dass Sri Lanka schon im Neolithikum (ca. 6000-3500 v. Chr.) von Sammlern und Reisbauern bevölkert war. Ureinwohner der Insel sind die inzwischen auf wenige tausend Individuen dezimierten Wedda, die genetisch mit den australischen Aborigines verwandt sind. Im Zuge verschiedener Einwanderungswellen, die von Indien her Sri Lanka erreichten, wurden sie in die ariden Zonen der Insel zurückgedrängt. Vermutlich im 3. Jahrtausend v. Chr. erreichten Draviden die Insel. Dieses dunkelhäutige Bauernvolk, von dem die so genannten Ceylon-Tamilen abstammen, musste seinerseits 2 500 Jahre später vor den Ariern, einem hellhäutigen indoeuropäischen Nomadenvolk, das bereits über Eisenwaffen verfügte, nach Süden und Osten ausweichen. Da die Nachkommen der zugewanderten Arier ihre Herkunft auf einen König zurückführen, der Sohn eines Löwen (singh) gewesen sein soll, nennen sie sich Singhalesen.
| 1. | Europäische Kolonisation |
In der Zeit vor der Eroberung durch die Europäer präsentiert sich die Geschichte Sri Lankas als eine Abfolge von rivalisierenden lokalen Fürstentümern und überregionalen Königreichen. Ihr Aufstieg und Zerfall war weniger in ethnisch-religiösen als in dynastischen Machtkämpfen begründet oder Folge von Invasionen. Dennoch schufen die Singhalesen, seit im 3. Jahrhundert v. Chr. der Buddhismus die Insel erfasste, eine hoch entwickelte Kultur. 1505 landeten portugiesische Eroberer auf der Insel, gefolgt von Holländern 1655 und schließlich Engländern, die die Insel 1796 zur Kronkolonie Ceylon machten – mit Ausnahme des Königreiches Kandy, das sich Großbritannien erst 1815 einverleiben konnte.
Der Widerstand gegen Ausbeutung und Unterdrückung durch die Kolonialherren ließ nicht lange auf sich warten. 1818 und 1848 kam es zu ersten großen Aufständen, die blutig niedergeschlagen wurden. Bereits in britischer Zeit führten religiöse und soziale Gegensätze mehrmals zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Singhalesen und der tamilischen Minderheit. Dies nicht zuletzt deshalb, weil es die Kolonialherren stets verstanden, die Volksgruppen gegeneinander auszuspielen – beispielsweise durch die Einfuhr von Indien-Tamilen als Arbeitskräfte –, um den zivilen Ungehorsam der einheimischen Plantagenarbeiter zu hintertreiben. Doch in ihrem Kampf um Selbstbestimmung zogen die Volksgruppen mehr oder minder an einem Strang, wenn auch deren anfängliches Bündnis, der 1919 formierte Ceylon National Congress (CNC), schon nach drei Jahren an Auseinandersetzungen um Macht und Einfluss zerbrach. In dieser Zeit bildeten sich drei große Parteien heraus: die singhalesische United National Party (UNP), der Tamil Congress (TC), der die Interessen der Ceylon-Tamilen vertrat, und der Ceylon Indian Congress (CIC) als Organisation der Indien-Tamilen.
| 2. | Unabhängigkeit und ethnische Spannungen |
Zu einem ernsthaften Problem wurde die ethnische Vielfalt erst, nachdem Ceylon am 4. Februar 1948 seine Unabhängigkeit als Dominion innerhalb des Commonwealth of Nations erlangte. Als unheilvoll erwies sich seitdem ein vom einflussreichen buddhistischen Klerus beförderter Chauvinismus, der die Insel quasi als naturrechtmäßige Domäne allein für die Singhalesen reklamiert.
Die Regierung übernahm zunächst die aus dem CNC hervorgegangene gemäßigt konservative United Congress Party (UCP); sie repräsentierte die singhalesischen Elite, die der größte Nutznießer der britischen Kolonialherrschaft war. Die von der Federal Party (FP) vertretene tamilische Minderheit, die anfangs zur Selbstbestimmung und zur Wahrung ihrer Identität vergeblich auf eine Föderation hingearbeitet hatte, sah sich schon bald mit einer systematischen Ausgrenzung konfrontiert. Um ihr die politische Teilhabe faktisch unmöglich zu machen, verabschiedete das von den Singhalesen dominierte Parlament als Erstes ein Staatsangehörigkeitsgesetz, das die aus Indien stammenden tamilischen Plantagenarbeiter zu Ausländern erklärte. Dadurch verlor etwa die Hälfte der Tamilen (8 Prozent der Inselbevölkerung) ihre Bürgerrechte. Gleichzeitig wurden die Tamilen zugunsten der Singhalesen vom Arbeitsmarkt und aus dem höheren Bildungssystem verdrängt. Durch die staatliche Zentralisierung ohnehin schon in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt, wurden alle wichtigen Posten in der Provinzverwaltung ausschließlich mit Singhalesen besetzt.
Weitere Maßnahmen wie der von der Regierung geförderte Zuzug von Singhalesen in die traditionellen Tamilengebiete, das gewalttätige Auftreten von Polizei und Armee, die fest in singhalesischer Hand waren, sowie nicht zuletzt der Language Act von 1956, der Singhalesisch zulasten des Tamil zur einzig anerkannten Amtssprache machte, schürten Unmut und Überfremdungsängste.
| 3. | Radikalisierung der Tamilen |
Eine neue Dimension erreichte die Diskriminierung der Tamilen, nachdem der Sozialist Solomon Bandaranaike, Führer der prosinghalesisch-nationalistischen Sri Lanka Freedom Party (SLFP), 1956 die Regierung übernommen hatte; nach seiner Ermordung durch ein Attentat 1960 wurde er von seiner Witwe Sirimawo Bandaranaike beerbt. In der Ära Bandaranaike kam es zu den ersten landesweiten Pogromen mit Tausenden von Todesopfern. Für vorübergehende Entspannung sorgte die Wahl von 1965, die zur Bildung einer Koalition der moderaten UNP mit der tamilischen FP führte. Doch ihr ehrgeiziges Ziel einer regionalen Selbstverwaltung der tamilischen Nordostprovinzen konnte nicht umgesetzt werden, bevor Bandaranaike 1970 die Macht zurückeroberte.
Für Unruhe sorgte Anfang der siebziger Jahre die Janatha Vimukthi Peramuna (JVP, zu Deutsch etwa: Volksbefreiungsfront). Die 1965 von dem ehemaligen KP-Mitglied Rohana Wijeweera gegründete Gruppierung, die den Schulterschluss mit linksradikalen Kräften im tamilisch dominierten Norden und Osten suchte, machte erfolgreich Front gegen die wirtschaftlich ruinöse und prosinghalesische Politik der SLFP-Regierung. 1971 initiierte die JVP einen landesweiten blutigen Aufstand, dem die Regierung nur mit internationaler Waffenhilfe aus West und Ost Herr werden konnte.
Die gewalttätige Unterdrückung führte zu einer zunehmenden Radikalisierung vor allem der tamilischen Jugend. In den siebziger Jahren formierten sich rund zwei Dutzend militante Gruppierungen, die in der Mehrzahl von autonomistischen Kreisen des südindischen Bundesstaates Tamil Nadu finanziert und ausgerüstet wurden, sich aber nicht auf eine gemeinsame Strategie einigen konnten. Die größten und wichtigsten waren die 1972 von Velupillai Prabhakaran gegründeten Tamil New Tigers (TNT) sowie die mit ihr rivalisierende gemäßigte Eelam People’s Revolutionary Liberation Front (EPRLF).
| 4. | Tamilischer Sezessionskrieg |
Die TNT machten erstmals 1975 mit der Ermordung des singhalesischen SLFP-Bürgermeisters der Tamilenhochburg Jaffna auf sich aufmerksam. Ihre Guerillakrieger und Terroristen, die sich seit 1976 Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) nennen, wurden zur Speerspitze im Sezessionskrieg gegen die Zentralregierung in Colombo. In Gang gesetzt wurde die Gewaltspirale durch die Parlamentswahlen von 1977: Die UNP gewann eine Zweidrittelmehrheit, die es ihr ermöglichte, sich per Referendum eine ununterbrochene Legislatur bis 1989 zu sichern. Neuer Regierungschef wurde Junius Richard Jayawardene (UNP), der eigenmächtig die Verfassung änderte, um die Macht des Staatspräsidenten zu stärken; 1978 übernahm er selbst das Amt des Staatspräsidenten. Die Feindseligkeiten zwischen den Volksgruppen entluden sich 1978, 1981 und 1982 in grausamen Pogromen, denen tausende Zivilisten zum Opfer fielen.
Jayawardene begegnete den tamilischen Separationsbestrebungen in seiner elfjährigen Amtszeit abwechselnd mit militärischer Gewalt und Repression, aber auch mit politischen Zugeständnissen – etwa indem er den Language Act und das politische Staatsbürgerschaftsrecht revidierte und so genannte Distriktentwicklungsräte für die Tamilengebiete schuf. Die Regierung sah sich bald in einen Mehrfrontenkrieg verwickelt, zum einen mit den aufständischen Tamilen in den Nordostprovinzen und zum anderen mit den aus der JVP hervorgegangenen singhalesischen Guerillaeinheiten der ultranationalistischen Dehsapremi Janatha Viyaparaya (DJV, zu Deutsch etwa: Patriotische Befreiungsbewegung), die bis zu ihrer Ausschaltung 1990 einen Kleinkrieg gegen die Regierung führte.
| 5. | Die Rolle Indiens |
Zwischen 1984 und 1987 übernahm Indien eine Vermittlerrolle. Hatte Indira Gandhi bis zu ihrer Ermordung verdeckt die Sache der Tamilen unterstützt, so kam es unter ihrem Sohn Rajiv Gandhi zu einer politischen Umorientierung. Indien wechselte die Seite und kam 1987 der sri-lankischen Regierung mit den 45 000 Mann starken Indian Peace Keeping Forces (IPKF) zu Hilfe, die den Norden und Osten der Insel besetzten, um die Kontrahenten gewaltsam zu trennen. In dieser Situation tauchte die JVP wieder aus dem Untergrund auf und konnte mit antiindischen Parolen 1988 zahlreiche Anhänger zu einem Aufstand gegen die Regierung mobilisieren. Abermals machte sie sich dabei auch zum Anwalt der diskriminierten Tamilen, wobei sie nur für ihre politische Integration und ausdrücklich nicht für einen separaten Staat eintrat.
Da sich die LTTE einer Verhandlungslösung verweigerten, gerieten die indischen Hilfstruppen immer häufiger zwischen die Fronten. Nach der Niederlage Rajiv Gandhis bei den Parlamentswahlen 1989 nutzte die neue indische Regierung die erste Gelegenheit zum Truppenrückzug. Diese eröffnete sich, als der neue sri-lankische Präsident Ranasinghe Premadasa (UNP) in direkten Verhandlungen mit den LTTE 1990 einen Waffenstillstand erreichte, der jedoch nicht von langer Dauer war.
Erst die Wahl der Bandaranaike-Tochter Chandrika Kumaratunga (SLFP) zur Präsidentin 1994 weckte die Hoffnung auf ein Ende der Gewalt, zumal nach der Rückeroberung der Tamilengebiete im Norden und Osten sowie dem Fall der Tamilenhochburg Jaffna die LTTE mit dem Rücken zur Wand standen.
| 6. | Friedensprozess |
Die Chancen für eine Friedenslösung wuchsen weiter, als nach dem 11. September 2001 weltweit die Unterstützung für terrorverdächtige Organisationen schwand. Um als Gesprächspartner überhaupt noch in Betracht zu kommen, mussten sich die LTTE von ihrem Negativimage lösen und Dialogbereitschaft zeigen, was zugleich zu einer deutlichen Mäßigung der Ansprüche führte. Bestanden die Tamilen seit 1976 stets auf ihrer Maximalforderung nach einem eigenen souveränen Staat, so kehrten sie nach einem 20-jährigen grausamen und opferreichen Bürgerkrieg nun zu ihrem bescheidenen Wunsch nach territorialer Selbstbestimmung im Rahmen einer aus zwei Staaten bestehenden Föderation zurück.
Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen vom 5. Dezember 2001 verlor die People’s Alliance (PA), ein Bündnis aus neun Linksparteien unter der Führung von Kumaratungas SLFP, ihre Position als stärkste Kraft im Parlament an die bisher oppositionelle UNP. Neuer Ministerpräsident wurde der UNP-Vorsitzende Ranil Wickremasinghe, der kurz darauf mit den LTTE ein Waffenstillstandsabkommen vereinbarte und in Friedensverhandlungen eintrat. Im Dezember 2002 einigten sich beide Seiten auf ein Rahmenabkommen über die Umwandlung Sri Lankas in einen föderativen Staat nach dem Vorbild der Schweiz. Mit dem Ausschluss der LTTE von einer internationalen Sri-Lanka-Konferenz 2003 stockte der Friedensprozess vorübergehend, und auch in der Folgezeit kam er trotz teilweise ermutigender Ansätze immer wieder zum Erliegen.
Abgesehen vom buddhistischen Klerus sowie Teilen der LTTE und des Militärs wird der Friedensprozess immer wieder von rassistischen Organisationen torpediert. Die Anfangserfolge der chauvinistischen Sektierergruppe Sihala Urumaya beispielsweise veranlasste die reorganisierte JVP angesichts ihrer schwindenden Anhängerschaft zu einer ideologischen Kehrtwende. So mobilisierte sie etwa zehntausende Menschen zum Protest gegen den ihrer Meinung nach landesspalterischen Verfassungsentwurf von Präsidentin Kumaratunga. Von der neuen Welle des Chauvinismus erfasst wurden auch große Parteien wie die PA und UNP, die aus Sorge um ihr Wählerklientel plötzlich ebenfalls nichts mehr von einem Frieden um jeden Preis wissen wollten und sich gegenseitig den Ausverkauf singhalesischer Interessen vorwarfen.
Unterdessen eskalierte die Cohabitation zwischen PA und UNP zu einem Machtkampf zwischen Kumaratunga und Wickremasinghe, der schließlich in der Auflösung des Parlaments und vorgezogenen Neuwahlen im April 2004 mündete. Aus diesen Wahlen ging das neue linke Parteienbündnis United People’s Freedom Alliance (UPFA), die Nachfolgerin der PA, als stärkste Kraft hervor; sie musste aber die tamilenfeindliche JVP an der Regierung beteiligen. Neuer Ministerpräsident wurde Mahinda Rajapakse (UPFA).
Der gewaltige Tsunami, der am 26. Dezember 2004 die Küstengebiete vor allem im östlichen Indischen Ozean überrollte, richtete auch in Sri Lanka schwere Schäden an. Der Norden und die Ostküste wurden von der Flutwelle nahezu völlig verwüstet, aber auch die Südküste wurde schwer getroffen. Mindestens 31 000 Menschen kamen ums Leben, die Existenzgrundlagen ganzer Dörfer wurden vernichtet. Kurzzeitig kam die Hoffnung auf, die Naturkatastrophe könne dazu beitragen, die gespaltene Insel wieder zu vereinen und zu befrieden, denn Regierung und tamilische Organisationen einschließlich der LTTE arbeiteten effizient und reibungslos zusammen, um vor allem in dem am schwersten betroffenen tamilischen Nordosten der Insel Hilfe zu leisten. Aber schon bald brachen die Gräben zwischen den Lagern wieder auf.
Die Präsidentschaftswahlen im November 2005 gewann knapp der amtierende Ministerpräsident Rajapakse, unter dessen Regierung es zwar wieder zu Verhandlungen mit der LTTE kam, die aber regelmäßig ergebnislos endeten oder abgebrochen wurden.