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Texas
1. Einleitung

Texas, Bundesstaat im südlichen Mittelwesten der Vereinigten Staaten, grenzt im Norden an Oklahoma, im Nordosten an Arkansas, im Osten an Louisiana, im Südosten an den Golf von Mexiko, im Südwesten an Mexiko und im Westen an New Mexico. Der Red River bildet einen Teil der Nordgrenze, der Sabine River einen Teil der Ostgrenze und der Rio Grande die Grenze zu Mexiko.

Texas trat der Union am 29. Dezember 1845 als 28. Bundesstaat bei. Im 19. Jahrhundert waren Viehzucht, Baumwollanbau und andere Zweige der Landwirtschaft die Grundlage der texanischen Wirtschaft. Nach 1900 erlangte aber die Erdöl- und Erdgasförderung große Bedeutung. Darüber hinaus entwickelte sich eine breit gefächerte Industrie. Der Name ist von Tejas abgeleitet, der in der Mitte des 16. Jahrhunderts verwendeten spanischen Form eines Wortes aus der Sprache der Caddo-Indianer mit der Bedeutung „Freunde”. Als das Gebiet 1836, im Jahr der Unabhängigkeit von Mexiko, zur Republik erklärt wurde, übernahm man diese Bezeichnung in der Schreibweise Texas als Staatsnamen. Texas trägt den Beinamen „Lone Star State” („Bundesstaat mit dem einsamen Stern”, nach dem einzelnen Stern in seiner Flagge). Die wichtigsten Städte von Texas sind Austin (die Hauptstadt), Houston, Dallas, San Antonio, El Paso und Fort Worth.

2. Land

Mit einer Fläche von 678 358 Quadratkilometern ist Texas nach Alaska der zweitgrößte Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Die größte Ausdehnung beträgt in Nord-Süd-Richtung etwa 1 300 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 1 250 Kilometer. Der höchste Gipfel ist der Guadeloupe Peak, der 2 667 Meter hoch ist und sich im Westen des Landes befindet. Die Küste am Golf von Mexiko ist etwa 600 Kilometer lang. Galveston, Matagorda und Padre sind Inseln vor dieser Küste.

1. Physische Geographie

Texas lässt sich in vier Regionen aufgliedern: das Gebiet Basin and Range, die Great Plains, die Osage Plains und die West Gulf Coastal Plain.

Das Gebiet Basin and Range liegt im Westen und wird im Osten vom Rio Pecos und im Westen vom Rio Grande begrenzt. Durch die Wechsellagerung härterer und weicherer Gesteine und die Steilstellung der geologischen Schichten entstanden steile Schichtrippen, die durch Täler voneinander getrennt sind. Tiefe Schluchten am Oberlauf des Rio Grande tragen zur Schönheit dieser Landschaft bei.

Die Great Plains nehmen einen großen Teil des Zentrums und den Hauptteil des schmalen Fortsatzes (Texas Panhandle) im Norden ein. Ihre Höhenlage bewegt sich zwischen etwa 300 Meter im Osten bis zu 1 300 Meter im Llano Estacado (der „abgesteckten Ebene”) entlang der mexikanischen Grenze. Die baumlosen und trockenen Great Plains werden im Süden von einer Hügellandschaft und der Edwards-Hochebene unterbrochen. Die Böden dieses großen Gebiets sind heute aufgrund von Bewässerungsmaßnahmen und Trockenfeldbau äußerst ertragreich und liefern reiche Weizen- und Baumwollernten.

Die Osage Plains erstrecken sich südlich von Oklahoma. Fruchtbare schwarze Böden insbesondere im östlichen Teil machen dieses Gebiet zu einer fruchtbaren Agrarregion mit Baumwoll- und Getreideanbau sowie Viehzucht. Der hügelige Teil im Westen ist besser für die Viehhaltung geeignet.

Die West Gulf Coastal Plain umfasst ungefähr die östlichen zwei Fünftel von Texas und reicht bis zum Golf von Mexiko. Die Ebene besitzt fruchtbare, sandige Böden und ein subtropisch-feuchtes Klima.

2. Flüsse und Seen

Die Hauptflüsse sind der Rio Grande, der die Grenze mit Mexiko bildet, sowie Nueces, Colorado, Brazos, Trinity River, Neches, Canadian und Red River.

In Texas gibt es zahlreiche Stauseen, wie z. B. den Amistad- und den Falconstausee, die am Rio Grande liegen. Die Stauseen dienen der Wasserversorgung der Städte, vor allem in den trockeneren Regionen. Im Gebiet Basin and Range sind zahlreiche Salzseen und -becken zu finden.

3. Klima

Texas hat subtropisches Klima mit verschiedenen Feuchtegraden. Der Osten ist maritim, humid bis semihumid. Richtung Westen wird es immer trockener – dort herrscht ein semiarides, kontinentales Klima.

Die Sommer sind heiß; die Durchschnittstemperaturen reichen von etwa 31 °C in Galveston bis etwa 34 °C in Amarillo. Temperaturen über 37,8 °C sind dabei keine Seltenheit. Die Durchschnittstemperaturen im Winter liegen zwischen 9,4 °C in Galveston und -4,4 °C in Amarillo. In Texas wurde die niedrigste Temperatur von -30,6 °C 1899 in Julia und 1933 in Seminole gemessen. Die höchste Temperatur von 48,9 °C wurde 1936 in Seymour erreicht. Gelegentlich wird die Golfküste von Orkanen heimgesucht, auch Tornados sind relativ häufig. Im Mai 1999 richtete eine Serie von Tornados in Teilen von Texas schwere Verwüstungen an.

4. Flora und Fauna

Die Vegetation in Texas reicht von dichten Wäldern im Osten bis zu Wüsten im Südwesten. Etwa acht Prozent des Bundesstaates sind bewaldet. Die wichtigsten Baumarten sind Eiche, Amerikanischer Amberbaum, Kiefer, Wacholder und Mesquitestrauch. Im Hügelland von Texas und im gesamten Gebiet Basin and Range findet man Kakteen.

Kleine Säugetiere wie Kaninchen, Stinktier, Opossum, Waschbär und Gürteltier kommen häufig vor, ebenso das wilde Truthuhn und der Weißwedelhirsch. Zu den hier lebenden Raubtieren gehören u. a. Puma, Luchs, Kojote und Rotwolf. Es gibt über 100 verschiedene Schlangenarten, 16 davon sind giftig. Barsch, Wels und Sonnenfisch kommen in den Bächen und Stauseen zahlreich vor. An der Golfküste werden Austern und Garnelen in beträchtlichen Mengen gefangen.

Die unterschiedlichen Landschaften von Texas bieten Lebensraum für etwa 400 Vogelarten. Der seltenste Vogel ist dabei der Schreikranich, der an seinem Überwinterungsort an der Golfküste, im Aransas National Wildlife Refuge, unter Schutz steht. Weitere bedrohte Arten sind Ozelot, Wieselkatze und eine als „Houston toad” bekannte Krötenart.

3. Bevölkerung

Die Einwohnerzahl von Texas beträgt etwa 23,90 Millionen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 35 Einwohnern pro Quadratkilometer. Weiße haben einen Bevölkerungsanteil von 71 Prozent, Schwarze von 11,5 Prozent. Etwa 6,67 Millionen Texaner sind hispanischer (überwiegend mexikanischer) Abstammung.

4. Bildung und Kultur

1746 wurde die erste öffentliche Schule im heutigen San Antonio gegründet. Aber erst 1839 nahm das öffentliche Schulsystem Form an. Zu dieser Zeit wurden jedem Bezirk staatliche Grundstücke für Schulen zur Verfügung gestellt. 1854 legte man ein einheitliches öffentliches Schulsystem gesetzlich fest, und die Verfassung von 1869 sah kostenlose Schulen zur Unterrichtung aller Kinder vor.

Texas hat ein umfassendes System von Colleges und Universitäten. Die älteste Hochschule in Texas ist die Southwestern University in Georgetown. Sie wurde 1840 gegründet.

1. Kultureinrichtungen

Die zahlreichen kulturellen Einrichtungen konzentrieren sich vor allem auf die Ballungsräume von Dallas, Fort Worth und Houston. In Dallas befinden sich das Dallas Theatre Center, das Dallas Museum of Art und das Dallas Museum of Natural History. In Fort Worth kann man das Geschichts- und Wissenschaftsmuseum Fort Worth Museum of Science and History und die Kunstsammlung Kimbell Art Museum besuchen.

Zu den kulturellen Einrichtungen in Houston gehören das Kunstmuseum Museum of Fine Arts mit der Ima-Hogg-Sammlung indianischer Kunst des Südwestens, das Contemporary Arts Museum (Museum zeitgenössischer Kunst) und die Menil Collection.

Die erste Bibliothek von Texas wurde 1839 in Austin eröffnet.

2. Sehenswürdigkeiten

Touristenattraktionen sind der Big Bend Nationalpark und der Guadalupe Mountains Nationalpark, das Alibates Flint Quarries National Monument und die Padre Island National Seashore. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Orte, die an das spanische Erbe und den Kampf um die Unabhängigkeit von Mexiko im 19. Jahrhundert erinnern. Dazu gehört z. B. die 1720 gegründete San Jose Mission bei San Antonio. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Pioneer Village, ein wieder aufgebautes Holzhüttendorf bei Corsicana, die Geburtsstätte von Präsident Dwight D. Eisenhower in Denison und der Lyndon B. Johnson National Historical Park in Johnson City.

3. Sport und Erholung

Die abwechslungsreiche Landschaft von Texas ermöglicht eine große Bandbreite der Freizeitgestaltung im Freien, darunter Schwimmen, Bootfahren, Angeln, Wandern, Zelten, Jagen und Golfspielen. Six Flags Over Texas ist ein äußerst beliebter Freizeit- und Erholungspark in Arlington.

5. Verwaltung und Politik

Die Verfassung wurde 1876 verabschiedet und danach mehrfach geändert. Der oberste Regierungsbeamte ist der Gouverneur, der für eine vierjährige Amtszeit gewählt wird und beliebig oft wieder gewählt werden kann. Die einflussreiche Texas Railroad Commission (Texas-Eisenbahn-Kommission), die aus drei für sechs Jahre gewählten Mitgliedern besteht, kontrolliert sowohl die Erdöl-, Erdgas- und Kohleförderung im Bundesstaat als auch die Eisenbahn und die gewerbliche Transportbranche.

Die gesetzgebende Gewalt ist ein aus Senat und Abgeordnetenhaus bestehendes Zweikammerparlament. Die 31 Senatoren werden für vier Jahre gewählt, die 150 Abgeordneten für zwei Jahre.

Auf Bundesebene entsendet Texas zwei Senatoren und 30 Abgeordnete in den Kongress der Vereinigten Staaten. Bei Präsidentschaftswahlen hat der Bundesstaat 32 Wahlmännerstimmen.

6. Wirtschaft

Texas ist führend in der Gesamtproduktion von Erdöl und Erdgas. Weitere bedeutende Bodenschätze sind Salz, Schwefel, Kohle, Gips, Talkum, Magnesium, Helium, Eisenerz, Vermiculit, Uran, Kaliumcarbonat, Blei, Glimmer, Molybdän, Zinn, Wolfram und Zink.

1. Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

Im Bereich der Landwirtschaft liegt Texas in der Regel an zweiter Stelle der 50 Bundesstaaten. Hauptanbauprodukte sind Baumwolle, Körnerhirse, Obst (vor allem Wassermelonen) und Gemüse. Daneben ist die Viehzucht ein wichtiger Faktor.

Texas gehört zu den Bundesstaaten der Vereinigten Staaten mit den meisten Baumschulen. Vier von fünf geschlagenen Bäumen sind Kiefern. Aus ihnen werden in erster Linie Papiererzeugnisse, Bauholz und Sperrholz hergestellt.

Die Fischerei am Golf von Mexiko ist ebenfalls von wirtschaftlicher Bedeutung. Schalentiere stellen den größten Teil der Fangmengen. Dabei machen Garnelen 95 Prozent des Wertes aus. Austern werden in geringeren Mengen gefangen. Zu den wichtigsten gewerblich gefangenen Fischarten gehören Schnapper, Plattfische und Thunfisch.

2. Industrie

Zu den wichtigsten Industriegütern gehören Förderausrüstungen, Industriemaschinen, elektronische Geräte und Metallerzeugnisse. Daneben sind chemische und Erdölerzeugnisse, Kohleprodukte, Textil-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie von Bedeutung.

7. Geschichte

Vor der Ankunft der Europäer lebten im Gebiet von Texas zahlreiche Indianerstämme. Die Coahuiltecan lebten im Süden, die Karankawa in der Nähe der Küste. Die Caddo-Stämme trieben Ackerbau und wohnten in dauerhaften Behausungen in Osttexas. Entlang des Rio Grande bauten die Jumano mit Hilfe von Bewässerungssystemen Feldfrüchte an und die Apachen und Tonkawa jagten Bisons in den Ebenen im Westen. Später wurde die kulturelle Vielfalt noch durch die Zuwanderung von Comanchen, Cherokee, Wichita und anderer Stämme bereichert.

1. Spanische und mexikanische Herrschaft

Die spanischen Eroberer kamen kurz nach der Entdeckung durch Christoph Kolumbus. Nach einem Schiffbruch lebten Álvar Núñez Cabeza de Vaca und seine Begleiter mehrere Jahre lang bei den Karankawa. Francisco Vásquez de Coronado erforschte die texanischen Hochlandebenen. Von Lubbock aus bereiste er das Land von 1539 bis 1542 nach Norden bis nach Kansas. Nahezu gleichzeitig bereiste eine Expedition, die von Luís Moscoso geführt wurde, das Gebiet der Caddo im Osten. Diese Expeditionen waren die Grundlage des spanischen Anspruchs auf Texas, aber da sie keine Schätze und Reichtümer einbrachten, wandten sich die Spanier über einhundert Jahre lang anderen Zielen zu. Das spanische Interesse erwachte erneut, als Robert Cavelier, Sieur de La Salle, der 1684 Fort Saint Louis an der Matagordabucht gründete, Gebiete, zu denen auch Texas gehörte, für Frankreich beanspruchte.

Als Erwiderung auf diese französische Herausforderung und um die Caddo zu missionieren, gründeten die Spanier 1690 zahlreiche Missionsstationen im Osten. Um 1722, als das Gebiet zur Provinz erklärt wurde, gab es spanische Siedlungen in San Antonio in Osttexas und in der Nähe des heutigen Goliad. Trotzdem blieb der größte Teil von Texas spärlich besiedeltes Grenzgebiet. 1820, fast drei Jahrhunderte nach den ersten spanischen Expeditionen, gab es nur etwa 2 000 spanische Siedler in Texas.

Angloamerikanische Abenteurer tauchten um 1800 in Texas auf. Ein größerer Zustrom setzte aber erst ein, nachdem Stephen Austin und andere Empresarios (Kolonisatoren) in den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts Siedlungen gründeten. Der Zustrom von Angloamerikanern wurde zunächst von den spanischen Behörden und nach der Unabhängigkeit Mexikos (1821) von den mexikanischen Behörden genehmigt. Nachdem die Vereinigten Staaten Kaufangebote für Texas gemacht hatten und ein Empresario versucht hatte, in Osttexas die Unabhängige Republik Fredonia zu gründen (1827), beschränkte die mexikanische Regierung weitere Einwanderungen aus den Vereinigten Staaten in das Gebiet. Trotzdem stellten Angloamerikaner kurz vor der Texanischen Revolution den größten Teil der auf über 24 000 geschätzten Einwohner (davon waren etwa 4 000 Sklaven).

2. Die texanische Revolution

Der mexikanische Präsident Antonio López de Santa Anna schränkte die Bestrebungen der Texaner zu mehr Selbstverwaltung zugunsten einer zentralistisch orientierten Regierung stark ein. Als er im Herbst 1835 die demokratische Verfassung außer Kraft setzte und sich zum Diktator erhob, brach die Revolution aus. In den ersten Kämpfen errangen die texanischen Truppen, die sowohl aus Angloamerikanern als auch aus Mexikanern bestanden, entscheidende Siege. Gegen Ende des Jahres 1835 waren die mexikanischen Streitkräfte hinter den Rio Grande zurückgedrängt worden. Die texanischen Führer lehnten aber eine Unabhängigkeit ab, erklärten ihre Treue zur mexikanischen Verfassung und verurteilten Santa Anna.

Als im Frühjahr eine große, von Santa Anna geführte Armee wieder in Texas einmarschierte, schienen die Aussichten für einen texanischen Sieg schlecht. Alamo, eine alte spanische Befestigungsanlage bei San Antonio, fiel am 6. März 1836, weitere Siege der Mexikaner folgten. Kurz zuvor, am 2. März, verabschiedete in Washington-on-the-Brazos eine texanische Abordnung die Unabhängigkeitserklärung, arbeitete eine Verfassung für die Republik Texas aus und ernannte Sam Houston zum Oberbefehlshaber der texanischen Armee. Die texanischen Streitkräfte besiegten in einer dramatischen Wende des Krieges die mexikanische Armee am 21. April 1836 in der Schlacht von San Jacinto, nahmen Santa Anna gefangen und beendeten die Revolution siegreich.

Während der folgenden neun Jahre bestand die Republik Texas als selbständiger Staat, der allerdings von Mexiko nicht anerkannt wurde. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich pflegten diplomatische Beziehungen.

3. Eigenstaatlichkeit

Die meisten Texaner waren aus Sicherheitsgründen und wegen Aspekten der Wirtschaft für einen Anschluss an die Vereinigten Staaten. Dort gab es jedoch viele Stimmen, die gegen die Aufnahme eines weiteren Bundesstaates waren, in dem die Sklavenhaltung erlaubt war. Außerdem waren viele Amerikaner der Auffassung, dass der texanische Anschluss einen Krieg mit Mexiko heraufbeschwören würde. Als 28. Bundesstaat wurde Texas 1845 in die Union aufgenommen. Die endgültige Übergabe der Macht erfolgte im Februar 1846. Wenig später brach der Mexikanische Krieg aus. Er endete mit einem Kompromiss über die Festlegung der heutigen Westgrenze. Weitere Siedler wanderten nach Texas ein. Um 1860 lebten Menschen aus fast allen europäischen Staaten und aus Mexiko in Texas. Den Großteil der Bevölkerung bildeten aber Zuwanderer aus den anderen Südstaaten; 30 Prozent der Einwohner waren Sklaven.

Als sich die Sklavenfrage zum Amerikanischen Bürgerkrieg ausweitete, entschied sich Texas für die Konföderation. Während des gesamten Krieges übernahm es die Rolle des Nachschublieferanten. In Texas gab es kaum Kämpfe und die Schäden waren geringer als in den übrigen Südstaaten. Auch in der Zeit der Reconstruction erging es Texas vergleichsweise gut. Zwar gab es durchaus starke Spannungen, aber die von den Siegern eingesetzte republikanische Regierung traf in der Regel gemäßigte und manchmal vorausschauende Entscheidungen, und der Wohlstand kehrte allmählich zurück. Um 1874 erlangten die Demokraten wieder die führende Rolle in der bundesstaatlichen Politik und behielten sie das nächste Jahrhundert lang, wobei sie sich kaum mit ernst zu nehmenden Gegnern auseinandersetzen mussten.

Die Jahrzehnte nach der Reconstruction waren von Wachstum und Veränderungen gekennzeichnet. Um 1880 waren die Indianer im Westen besiegt und stark nach Westen zurückgedrängt worden. In ganz Texas baute man Eisenbahnlinien. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Texas vor allem ein Agrarstaat, in dem die Rinderzucht dominierte. Das wichtigste Standbein der Wirtschaft blieb jedoch die Baumwolle. Acht von zehn Menschen lebten auf Farmen oder in Kleinstädten.

4. Das 20. Jahrhundert

Nach 1900 entwickelte sich Texas zu einem der am stärksten industrialisierten Bundesstaaten der Union. Einen großen Anteil daran hatte das Erdöl, das 1901 in Spindletop bei Beaumont entdeckt wurde. Bis in die zwanziger Jahre waren überall am oberen Küstenteil von Texas Raffinerien und petrochemische Betriebe entstanden. Mit dem 2. Weltkrieg kam der Bau von Flugzeugen und elektronischen Geräten hinzu, und die Raumfahrtindustrie entwickelte sich in den sechziger und siebziger Jahren.

Mit der Industrialisierung wuchs die Bevölkerung stark an. Von 1970 bis 1990 stieg die Einwohnerzahl mehr als doppelt so schnell wie im Bundesdurchschnitt.

Das Pro-Kopf-Einkommen liegt unter dem Bundesdurchschnitt und in einigen Teilen des Bundesstaates sogar deutlich darunter. Probleme der Zukunft sind vor allem das Schwinden der Erdölvorräte und der zunehmende Wassermangel im Westen.