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Draviden

Draviden, auch Drawiden, Bezeichnung für eine Gruppe sprachverwandter Völker in Indien, die traditionell den unteren Kasten des Gesellschaftssystems angehören. Mitglieder sind z. B. die Tamilen und isoliert lebende Hochlandvölker wie die Ghats und die Toda.

Die dravidischen Sprachen – unterteilt in Zentral-, Nord-, Südzentral- und Süddravidisch – haben sich trotz zahlreicher Kulturkontakte zu anderen Völkern des Indischen Subkontinents weitgehend erhalten (siehe indische Sprachen). Aufgrund dieser Kontakte ist die dravidische Kultur heute jedoch auch besonders vielfältig: Einige Gruppen halten immer noch an traditionellen Bräuchen fest (etwa am Totemismus oder der matrilinearen Abstammungsrechnung), während andere den Lebensstil einer modernen Industriegesellschaft angenommen haben. Seit der Unabhängigkeit Indiens im Jahr 1947 lehnen dravidische Gruppen die indoeuropäische Sprache Hindi als offizielle indische Amtssprache ab. Mit mehr als 170 Millionen Sprechern sind die dravidischen Sprachen die viertgrößte Sprachengruppe der Welt.