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Gewehr

Gewehr, jede Feuerwaffe, deren Laufinneres gezogen, d. h. mit spiralförmigen Rillen versehen ist, die das Projektil beim Abschuss in eine Drehbewegung versetzen. Der Begriff Gewehr wird im weitesten Sinne für eine militärische Waffe oder Sportwaffe verwendet, die aus der Schulter heraus abgeschossen wird.

Das Drehmoment stabilisiert das Projektil im Flug, indem es seine Längsachse parallel zur Fluglinie hält und auf diese Weise seine Reichweite und Zielgenauigkeit erhöht. Die Anordnung der Züge, d. h. der Grad der Windung, wird in Kalibern oder Durchmessern pro Umdrehung angegeben. Bei einem 15,2-cm-Marinegewehr mit Zügen von einer Umdrehung auf 30 Kalibern dreht sich die Kugel alle 4,6 Meter einmal vollständig um ihre eigene Achse. Die Anordnung der Züge wird sorgfältig berechnet, um dem Projektil das richtige Drehmoment zu verleihen. Ist das Drehmoment zu niedrig, taumelt die Kugel durch die Luft, ist es zu groß, neigt das Projektil dazu, die parallele Schussbahn ungerichtet zu verlassen. In beiden Fällen verringern sich Reichweite und Zielgenauigkeit.

Erstmalig wurde der Einsatz kleiner, mit gezogenen Läufen versehener Waffen in einem 1563 veröffentlichten Edikt der Schweizer Regierung erwähnt. Die ersten Waffen dieser Art waren plump und erwiesen sich nicht mehr als nützlich, wenn man sie mit den runden Kugeln und den Kanonenkugeln der damaligen Zeit verwendete. Etwa zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurden Hinterladerwaffen mit Langgeschossen eingeführt. Während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verwendeten alle größeren Nationen Waffen mit gezogenen Läufen, sowohl als Handfeuerwaffen als auch bei der Artillerie.