Pflanzen
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Pflanzen
3. Abteilungen des Pflanzenreiches

Die Arten im Pflanzenreich werden systematisch in mehreren Abteilungen zusammengefasst; eine Abteilung ist das botanische Äquivalent der hierarchischen Ebene des Phylums, das bei den Tieren auch Stamm genannt wird. Die Abteilung mit den am einfachsten gebauten Pflanzen stellen wohl die Moose (Bryophyta) dar; diese besitzen keine echten Gefäße (Leitungsgewebe) wie die höher entwickelten Pflanzen, man rechnet sie daher nicht zu den Gefäßpflanzen. Der Begriff Gefäß bezieht sich hier also nicht auf Behälter, sondern ist der Medizin entlehnt, wo Adern als Gefäße bezeichnet werden. Bei Pflanzen läuft in diesen Gefäßen entweder zuckerhaltiges Wasser (Gefäßsystem: Phloem) oder mineralhaltiges Wasser (Gefäßsystem: Xylem). Die Abteilung der Moose umfasst die aufrecht wachsenden Laubmoose, die stets einfach gebaute Stängelchen und Blättchen aufweisen, die ursprünglicheren, flächig dem Boden anliegenden Lebermoose sowie die Hornmoose (Anthocerotopsida), die früher den Lebermoosen zugeordnet wurden.

Alle weiteren Gruppen des Pflanzenreiches werden unter der Bezeichnung Gefäßpflanzen (oder Kormophyten) zusammengefasst. Wichtigstes Kennzeichen dieser Pflanzen ist das Vorhandensein von Gefäßen, die dem Transport von Wasser, Mineralstoffen und organischen Nährstoffen durch die Pflanze dienen. Moose leben in feuchten Biotopen; sie sind klein und ihre Blättchen sind so dünn, dass das Regenwasser nicht erst über Wurzeln oder Leitungsbahnen aufgenommen werden muss. Mit den Farnen, die durchaus zu imposanter Größe heranwachsen können und die zu den Kormophyten gezählt werden, haben die Moose die Fortpflanzung über Sporen – also nicht über Samen – gemein. Beide Pflanzengruppen existieren (ähnlich wie im Tierreich Raupe und Falter) in zwei im Lebenszyklus aufeinander folgenden Generationen; dies wird als Generationswechsel bezeichnet. Eine dieser Generationen, das als Gametophyt bezeichnete eigentliche Moospflänzchen, besitzt nur einen einfachen (haploiden) Chromosomensatz: Sie bildet Ei- und Spermazellen. Die zweite Generation, der Sporophyt, ist hingegen diploid, besitzt also einen doppelten Chromosomensatz, parasitiert meist auf der vorhergehenden Generation und bildet Sporen aus, die leicht vom Wind verbreitet werden und wieder zum sogenannten Gametophyten, dem grünen Moospflänzchen, auskeimen können.

Im Zuge der Evolution der Pflanzen und insbesondere der Entwicklung der Gefäßpflanzen wurden die Sporophyten gegenüber den Gametophyten, begünstigt durch ihren doppelten und damit leistungsfähigeren Chromosomensatz, immer größer, komplexer und dominanter. Diese größeren und leistungsfähigeren Sporophyten und das immer besser ausgebildete Gefäßsystem, das den Wassertransport bis in große Höhen gewährleistet, ermöglichte den Gefäßpflanzen die vollständige Eroberung praktisch aller Landlebensräume der Erde (siehe Pflanzengeographie); lediglich in arktischen und antarktischen Kältewüsten sind sie nicht anzutreffen.

Hinsichtlich der hierarchischen (systematischen) Einteilung der Gefäßpflanzen besteht unter den Botanikern keine vollständige Übereinstimmung: Manche betrachten alle Gefäßpflanzen als eine eigene Abteilung mit mehreren Unterabteilungen, manche stellen die Farnpflanzen (Pteridophyta) und die Samenpflanzen (Spermatophyta) jeweils als eigene Abteilungen dar. Die Samenpflanzen mit den Nacktsamern (Gymnospermae) und den Bedecktsamern (Angiospermae) umfassen die mit Abstand größte Zahl aller Pflanzen, die heute die Vegetation weltweit beherrschen.