Börse
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4. Kassageschäft und Terminhandel

Die Börsen können des Weiteren nach ihrer Geschäftsform unterschieden werden: in Börsen für Kassageschäfte, die sofort oder ganz kurzfristig erfüllt werden müssen, und Börsen für Termingeschäfte, bei denen die Erfüllung erst zu einem späteren Termin, aber zu einem am Abschlusstag festgelegten Kurs erfolgt. In diesen Bereich fällt der Handel mit Optionen, Futures und Swaps und unzähligen anderen Derivaten, deren Handel durch ihre Hebelwirkung sehr einträglich, aber auch sehr risikoreich ist. Derivate sind ganz allgemein von Basisinstrumenten abgeleitete Formen, also z. B. Aktienoptionen, Warenfutures, Devisenoptionsscheine oder Zinsswaps (Tausch von Zinsverbindlichkeiten), deren zahllose Zusammensetzungsmöglichkeiten sich zu einer eigenen Geheimwissenschaft entwickelt haben. Im Grunde handelt es sich bei den Optionen oder Derivaten um Wetten auf die Zukunft, die in Form von Kaufoptionen (Calls) oder Verkaufsoptionen (Puts) erhältlich sind. Sie können hohe prozentuale Gewinne abwerfen, aber auch zum Totalverlust führen.

Solche Termingeschäfte gibt es inzwischen in allen Börsenbereichen, also bezogen auf Waren, Aktien, Renten und Devisen. Die größte Terminbörse der Welt ist die Eurex, 1998 durch den Zusammenschluss der Deutschen und der Schweizer Terminbörse entstanden; sie ist als reine Computerbörse konzipiert und ermöglicht damit den standortunabhängigen Vollzug über angeschlossene Terminals. Insgesamt besteht die Tendenz, die Präsenzbörse durch die Computerbörse zu verdrängen. Dies ermöglicht die mehr oder weniger zeit- und raumunabhängige Umsetzung von Börsengeschäften, erhöht aber zugleich die Volatilität (Schwankungsbreite) der Kurse. Tom Wolfe schildert in seinem Roman Fegefeuer der Eitelkeiten, wie im Bruchteil einer Sekunde an der Minimalschwankung eines Kurses Millionen gewonnen und den Bruchteil einer Sekunde später verloren sein können.