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Härte

Härte, Widerstandsfähigkeit eines Feststoffes gegen eine Verformung seiner Oberfläche oder gegen Abreibung. Je nach Anwendung wird der Begriff unterschiedlich interpretiert. In der Mineralogie ist Härte als die Widerstandsfähigkeit der glatten, unverwitterten Oberfläche eines Minerals gegen Ritzen durch einen anderen Festkörper, vor allem durch andere Mineralien, definiert. Eine weiche Oberfläche lässt sich leichter ritzen als eine harte Oberfläche; folglich wird ein hartes Mineral wie Diamant ein weicheres wie Calcit ritzen; umgekehrt kann das weiche Mineral aber nicht das harte ritzen. Die relative Härte der Minerale wird nach der Mohs’schen Härteskala angegeben. In der Mohs’schen Skala – benannt nach dem deutschen Mineralogen Friedrich Mohs, der sie aufgestellt hat – werden zehn häufig vorkommende Minerale nach zunehmender Härte geordnet und mit einer Gradzahl versehen: 1 für Talk, 2 für Gipsspat, 3 für Calcit, 4 für Fluorit (Flussspat), 5 für Apatit, 6 für Orthoklas (ein Feldspat), 7 für Quarz, 8 für Topas, 9 für Korund und 10 für Diamant. Den Härtegrad eines Minerals bestimmt man, indem man prüft, welches Mineral aus der Mohs’schen Skala die Probe ritzt und von welchem sie geritzt wird. Bleiglanz ritzt Gipsspat und wird selbst von Calcit geritzt, seine Härte beträgt 2,5.

In der Metallurgie und in der Technik bestimmt man die Härte, indem man z. B. eine kleine Kugel oder Spitze aus einem harten Material mit einer bestimmten Kraft in die zu prüfende Oberfläche eindrückt und den Durchmesser der Einbuchtung misst. Harte Metalle werden weniger stark eingedrückt als weiche Metalle. Dieser Test zur Bestimmung der Härte metallischer Oberflächen wird Brinelltest genannt, nach dem schwedischen Ingenieur Johann Brinell, der die Brinellmaschine zur Messung der Härte von Metallen und Legierungen erfand.

Härte ist ein Kriterium für die Festigkeit, Widerstandsfähigkeit, Haltbarkeit und Zähigkeit von Feststoffen.