| Sumatra | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 2. | Land |
Die Insel erstreckt sich von Nordwesten nach Südosten; im Nordosten wird sie durch die Malaccastraße von der Malaccahalbinsel, im Südosten durch die Sundastraße von der Nachbarinsel Java getrennt. Parallel zur Westküste liegt eine vorgelagerte Inselkette, zu der u. a. Nias und die Mentawai-Inseln gehören. Sumatra hat eine maximale Länge von etwa 1 770 Kilometern und ist bis zu 435 Kilometer breit. Eine große vulkanische Gebirgskette, das Barisangebirge mit mehreren parallel streichenden Gebirgszügen, verläuft entlang der Westküste durch ganz Sumatra. Sie umfasst mit dem Kerinci (3 805 Meter) auch die höchste Erhebung der Insel. Entlang der Ostküste erstreckt sich ein leicht hügeliges Flachland, durch das alle größeren Flüsse der Insel – Musi, Hari, Indragiri und Kampar – fließen; diese sind für die Binnenschifffahrt von großer Bedeutung. Der größte von vielen Seen auf Sumatra ist der etwa 80 Kilometer lange Tobasee.
Der Äquator verläuft fast genau durch die Mitte der Insel. Das Klima ist dementsprechend tropisch; die jährlichen Durchschnittstemperaturen betragen in den meisten Gebieten 25 bis 27 °C, die Jahresniederschläge variieren zwischen 2 300 und 4 700 Millimetern.
Der Boden ist außergewöhnlich fruchtbar, und der größte Teil der Insel von dichtem Wald bedeckt. Der bis vor wenigen Jahrzehnten vorherrschende tropische Regenwald wurde aufgrund wirtschaftlicher Interessen immer stärker abgeholzt und ist heute in den zugänglichen Gebieten der Insel weitgehend verschwunden (siehe Entwaldung). Die verbliebenen Regenwaldbestände wurden 2004 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Neben Banyanbäumen und verschiedenen Palmen treten in ihnen Gummi- und Teakbäume verbreitet auf. Die Fauna umfasst Elefanten, Orang-Utans, Siamangs (ein großer Gibbon), Sumatratiger, Tapire und andere Tiere, die auf dem Malaiischen Archipel verbreitet sind.
Die Insel wurde schon mehrmals von schweren Erdbeben heimgesucht. Im Februar 1994 erschütterte ein Beben der Stärke 7,2 auf der Richterskala den Norden Sumatras. Ein weiteres schweres Erdbeben ereignete sich im Juni 2000. Die Erschütterungen, deren Epizentrum 110 Kilometer südwestlich von Bengkulu im Indischen Ozean lag, erreichten eine Stärke von 7,9 auf der Richterskala. Noch verheerender waren die Auswirkungen des Seebebens der Stärke 9,0 auf der Richterskala, das sich am 26. Dezember 2004 unmittelbar vor der Nordwestküste der Insel ereignete. Es löste einen Tsunami aus, der die Nord- und Nordwestküste völlig verwüstete. Auf Sumatra starben bei dieser Naturkatastrophe rund 200 000 Menschen, der überwiegende Teil davon in der Provinz Aceh.