Elektrochemie
Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken.
Elektrochemie
3. Industrielle Anwendungen

Die Elektrolyse bildet die Grundlage für einige Verfahren in der modernen Industrie. Beispielsweise dient Natriumhydroxid als Grundchemikalie bei der Herstellung von Papier, Kunstfasern und photographischen Filmen. Man gewinnt es durch Elektrolyse aus einer wässrigen Natriumchloridlösung (siehe Alkalien). Bei dieser Reaktion entstehen Chlor und Natrium, wobei Letzteres unmittelbar weiterreagiert. Es bildet mit dem Wasser in der Zelle Natronlauge. Das an der anderen Elektrode frei werdende Chlor wird u. a. bei der Herstellung von Zellstoff und Papier verwendet.

Große industrielle Bedeutung hat die Elektrolyse geschmolzener Salze, beispielsweise zur Herstellung von Aluminium (siehe Elektroofen). Das geschmolzene Salz dient bei der Schmelzflusselektrolyse gleichzeitig als Heizwiderstand und als Elektrolyt. Aus diesem scheidet sich das betreffende Metall an der negativen Elektrode ab.

Elektrolytische Verfahren dienen auch bei der Reinigung von Metallen (z. B. Zinn, Blei, Kupfer, Gold und Silber). Hier wird die Tatsache ausgenutzt, dass sich bestimmte Metalle bei elektrolytischen Prozessen in sehr hoher Reinheit abscheiden. Eine andere wichtige Anwendung der Elektrolyse ist das Galvanisieren. Hierbei erzeugt man durch elektrolytische Abscheidung eine dünne Schicht des jeweiligen Metalls auf einem metallischen Werkstück. Dadurch erhält dieses Werkstück eine schützende oder verzierende Oberfläche. Anwendungsbeispiele sind der Korrosionsschutz (siehe Korrosion) und das Aufbringen von Edelmetallen für Schmuckstücke. In letzter Zeit wurden Methoden entwickelt, bei denen man Elektroden mit sehr dünnen Schichten bestimmter Materialien überzieht. Durch diese Prozedur lässt sich die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer der Elektrode erhöhen. Mit Hilfe von elektrisch leitfähigen Kunststoffen konstruiert man auch Elektroden auf der Basis von Polymeren.