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Ursachen und Motive |
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Push-Faktoren |
Mit den meisten Wanderungen in prähistorischen und späteren Epochen reagierten die Menschen auf eine negative Veränderung ihrer Lebensbedingungen, die sie zur Suche nach besseren Lebensverhältnissen an einem anderen Ort veranlassten. Zu solchen so genannten Druck- bzw. Push-Faktoren gehören vor allem Klima- und andere Umweltveränderungen, Nahrungsmittelknappheit, Übervölkerung, Armut und Arbeitslosigkeit, aber auch wirtschaftliche Benachteiligung, ethnische und religiöse Diskriminierung und direkte Zwangsmaßnahmen (Vertreibung, Deportation, Zwangsumsiedlung) und Bedrohung mit physischer Vernichtung (durch politische Verfolgung, Krieg oder Bürgerkrieg).
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Pull-Faktoren |
Auch positive Erwartungen an die Zukunft im Zielort motivieren zur Migration. Als wichtigste historische Sog- bzw. Pull-Faktoren, die zur friedlichen Umsiedlung oder kriegerischen Eroberung veranlassten, gelten vor allem reichhaltige Nahrungsquellen (wie Wildreichtum und fruchtbare Böden), Bodenschätze und der Reichtum sowie hohe zivilisatorische Standards anderer Gesellschaften.
Mit religiösen Motiven waren Wanderungen verbunden, die im Gefolge von Missionsbewegungen in Gang kamen (siehe 4.2.). Auch die Aussicht auf eine freie Religionsausübung in einem toleranten gesellschaftlichen Umfeld (wie sie z. B. Preußen den in Frankreich verfolgten Hugenotten und die USA den religiösen Minderheiten in Europa anboten) oder die Errichtung eines eigenen national, ethnisch oder religiös definierten Staates (z. B. Israel, siehe 4.4.2.) gehören zu den historisch bedeutenden Pull-Faktoren. Freie wirtschaftliche Betätigung, Arbeitsplätze und Achtung der Menschenrechte entwickelten sich seit Beginn der Industrialisierung zu den Hauptattraktionen für internationale und im 20. Jahrhundert zunehmend globale Migrationsbewegungen.
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