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Eunuch

Eunuch (griechisch eunouchos: „Betthüter”), kastrierter Mann. Von jeher wurden im Mittleren und Fernen Osten Eunuchen eingesetzt, um die Frauen im Harem zu bewachen oder als Kammerherren zu dienen. Sie erreichten oft sehr einflussreiche Positionen. In Ägypten bezeichnete man alle Hofbeamten als Eunuchen, selbst wenn sie keine Kastration hinter sich hatten. Die Vorstellung, dass es Eunuchen an Mut und Intelligenz mangelte, wird von der Geschichte des Iran, Indiens und Chinas widerlegt, wo Eunuchen aktiv und erfolgreich ins öffentliche Leben eingebunden waren. Die Beschäftigung von Eunuchen in der Verwaltung erreichte ihren Höhepunkt am Hof des Byzantinischen Reiches in Konstantinopel. Muslimische Herrscher setzten Eunuchen vor allem als Haremswächter ein.

Knaben, die kastriert wurden, um ihre Sopranstimmen zu erhalten, nannte man Kastraten. Diese Praktik war vor allem in Italien noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Einer der berühmtesten Kastraten war der italienische Sopran Carlo Broschi Farinelli. Die freiwillige Kastration für das Zölibat tauchte bereits früh in der Geschichte des Christentums auf und war besonders im 3. Jahrhundert verbreitet. Sie wurde jedoch von der Kirche nie offiziell gebilligt und später sogar vehement verurteilt.