| Eiszeiten | Artikelansicht | ||||
| Klicken Sie im Menü Datei auf Drucken, um die Informationen zu drucken. | |||||
| 2. | Mögliche Ursachen |
Die Ursachen von Eiszeiten werden noch immer diskutiert. Eine Theorie, die aus einer Kombination und Weiterentwicklung älterer Theorien hervorgegangen ist, konnte in den letzten Jahren abgesichert werden. Sie stützt sich auf astronomische Beobachtungen der Galaxis. Die Erde und ihr Sonnensystem liegen asymmetrisch in einem Arm der Milchstraße. Die Galaxis dreht sich etwa alle 300 Millionen Jahre einmal um sich selbst, so dass sich das Sonnensystem durch dichtere und dünnere Bereiche interstellarer Materie und durch wechselnde Schwere- und Magnetfelder bewegt. Dabei gibt es zwei störende Phasen, die bei jedem vollen Umlauf durchlaufen werden. Somit tritt alle 150 Millionen Jahre eine sehr schwache Änderung in der galaktischen Umgebung des Sonnensystems auf, die möglicherweise die Klimaänderung auf der Erde bewirkt.
Diese Einflüsse werden durch geologische Prozesse verstärkt. Der quartären Eiszeit gingen folgenreiche Veränderungen in der Verteilung von Land und Meer voraus: Bis ins Tertiär, also bis vor etwa 65 Millionen Jahren, trennte ein warmes äquatoriales Meer – die so genannte Tethys – eine nördliche Landmasse (Laurasia) von einer südlichen (Gondwanaland) und verband die Ozeane. Afrika, das sich schon in der Trias von Südamerika getrennt hatte, driftete nordwärts und kollidierte mit Eurasien. Außerdem trennte sich Australien von der Antarktis, so dass eine kalte Meeresströmung die Erdkugel umkreisen konnte. Die äquatorialen Meeresverbindungen wurden durch Landmassen blockiert. Die Ozeane waren nun voneinander isoliert und nur in den polaren Breiten durch kalte Strömungen verbunden.
Das Eiszeitszenario dieser Theorie besteht also aus einer geringen äußeren Abkühlung durch die Rotation der Galaxis sowie einer für weitere Abkühlung günstigen geographisch-ozeanographischen Konstellation, die durch plattentektonische Vorgänge hervorgerufen wurde. Geringfügige Änderungen in der Erdumlaufbahn verstärkten möglicherweise diesen Prozess.