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| 2. | Bibelübertragung |
Innerhalb nur weniger Wochen entstand auf der Wartburg die Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche. Das Werk erschien erstmals 1522 als so genanntes Septembertestament. Als Grundlage diente der von Erasmus von Rotterdam herausgegebene griechische Text, dem eine lateinische Übersetzung beigegeben war. Die Übersetzung des Alten Testaments vollzog sich in mehreren Teilen. Begonnen hatte Luther 1523 mit dem Pentateuch, dem 1524 die historischen Bücher von Josua bis Esther und die poetischen Bücher folgten. 1532 war dann Die Propheten alle Deutsch fertig gestellt.
Im September 1534 lag bei Hans Lufft in Wittenberg der Druck der gesamten Lutherbibel in hochdeutscher Sprachform vor.
Entsprechend den Forderungen von Renaissance und Humanismus, auf die Quellen zurückzugehen, hatte Luther eine Bibelübersetzung aus der jeweiligen Ursprache, d. h. der hebräischen und der griechischen, geschaffen. Die Qualität seiner deutschen Übersetzung sollte sich von den vorhergehenden deutschen Bibeln besonders positiv abheben, denn Luther hatte entscheidend zur Entstehung einer an der Hochsprache der sächsischen Kanzlei orientierten deutschen Gemeinsprache beigetragen. Sie zeichnete sich durch ihre Anschaulichkeit und Volkstümlichkeit aus. So ist es bei Luther eben nicht eine den Originaltexten verpflichtete wörtliche Richtigkeit, sondern vor allem neben seiner Sprachgewaltigkeit auch sein tiefes Verständnis der biblischen Inhalte. Als Besonderheit kommt wohl hinzu, dass sich Luther im Sendbrief vom Dolmetschen 1530 über seine Methodik äußert.