Martin Luther
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Martin Luther
4. Reformation

Ausgangspunkt für den Beginn der Auseinandersetzung war wohl weniger Luthers Ablehnung herrschender Theologie, sondern vielmehr seine aktive Kritik an der Ausübung des Ablasses. In seinen Thesen von 1517, die er dem Brief an den Mainzer Erzbischof beilegte, kritisierte er diese falsche Heilsgewissheit. Ein Thesenanschlag an die Wittenberger Schlosskirche, wenn auch heftig umstritten und erst nach dem Tod Luthers durch Philipp Melanchthon erwähnt, war allerdings damals eine gängige Veröffentlichungspraxis für Disputationstexte innerhalb der Universität. Öffentliche Wirksamkeit erlangte der Inhalt der Thesen jedoch erst, nachdem sie Ende des Jahres gedruckt worden waren.

Nach der Anzeige in Rom wurde der Prozess gegen Luther eröffnet. Kurfürst Friedrich der Weise erreichte, dass Luther durch den päpstlichen Legaten Cajetan in Augsburg verhört wurde. Die nächste Phase der Auseinandersetzung war 1519 mit der Leipziger Disputation, auf der Luther mit Johannes Eck über das Papsttum diskutierte, erreicht.

Im folgenden Jahr erschienen die drei reformatorischen Hauptschriften An den christlichen Adel, Von der babylonischen Gefangenschaft sowie Von der Freiheit des Christenmenschen. Zeitgleich wurde der Ketzerprozess wieder aufgenommen und die Bulle Exurge Domine, in der ihm der Bann angedroht wurde, an Luther geschickt. Luther verbrannte die Bulle öffentlich. 1521 reagierte die Kurie mit der Exkommunikation.

Vor dem weltlichen Gericht, dem Reichstag zu Worms, widerrief Luther nicht. Vom Kaiser durch ein Edikt in die Reichsacht getan, wurde über Luthers Bücher das Verbot verhängt. Unter kurfürstlichen Schutz kam Luther auf die Wartburg. Von nun an sollte die Reformation ihre politische Dimension gewinnen. 1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück und widmete sich der Durchführung seiner Reformvorschläge.