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Olympia (Griechenland)

Olympia (Griechenland), antikes Heiligtum des Zeus und der Hera im Flusstal des Alpheios in der griechischen Landschaft Elis im Westen der Peloponnes. Dort wurden alle vier Jahre zu Ehren des Zeus die Olympischen Spiele abgehalten, an denen Wettkämpfer aus allen griechischen Stadtstaaten teilnahmen. Olympia war ein nationales Heiligtum, an dem sich bis heute zahlreiche Kunstschätze, wie Tempel, Wettkämpfstätten, Altäre, ein Theater, Statuen und Votivgaben aus Bronze und Marmor erhalten haben. Die wichtigsten Kultstätten und Verwaltungsgebäude liegen im heiligen Bezirk (Altis).

Im Zentrum der Kultstätte befindet sich der berühmte Tempel des olympischen Zeus, ein dorischer Peripteros, der im 5. Jahrhundert v. Chr. errichtet und später durch ein Erdbeben zerstört wurde. Die darin aufgestellte riesige Statue des thronenden Zeus aus Gold und Elfenbein, die der athenische Bildhauer Phidias geschaffen hatte, zählte in der Antike zu den Sieben Weltwundern. Bereits aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. stammt das Heraion, der Tempel der Hera, wahrscheinlich das älteste bekannte dorische Bauwerk. Es enthielt neben zahlreichen Götterbildern die berühmte Truhe des Kypselos und einen kostbaren Tisch, auf dem die Siegerkränze ausgestellt wurden. Die Votivbauten umfassten eine Reihe von zwölf Schatzhäusern im Norden der Anlage. Das so genannte Philippeion, einen streng symmetrisch konstruierten ionischen Rundbau, ließ sich im 4. Jahrhundert v. Chr. der makedonische König Philipp II. nach seinem Sieg bei Chaironeia zur Verehrung seiner Familie selbst errichten. Östlich der Altis befand sich das Stadion, westlich davon die Palaistra, eine Ringerschule, und das Gymnasion, in das sich einen Monat vor Beginn der Spiele die Wettkämpfer zum Training einfanden, sowie Reste einer Badeanlage. Erste archäologische Ausgrabungen unternahmen 1829 die Franzosen und später Forscher des Deutschen Archäologischen Instituts (1875, 1881). Sie wurden in den Jahren 1936 aus Anlass der Olympischen Spiele in Berlin wiederaufgenommen und nach Unterbrechungen durch den 2. Weltkrieg 1952 und von 1960 bis 1961 fortgeführt. Dabei förderte man bedeutende Fundstücke zutage, u. a. die berühmte Marmorstatue des Hermes mit dem Dionysosknaben (um 340 v. Chr.) des Bildhauers Praxiteles im Heraion oder die Giebelskulpturen des Zeustempels, die alle im Archäologischen Museum von Olympia ausgestellt sind.

Die archäologische Stätte wurde 1989 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen.