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Theoderich der Große

Theoderich der Große (um 451 bis 526), König der Ostgoten (474-526) und Begründer des Ostgotenreiches in Italien.

Theoderich wurde in der römischen Provinz Pannonien geboren; von etwa 459 bis 469 lebte er als Geisel am byzantinischen Hof in Konstantinopel, und nach dem Tod seines Vaters Thiudimir wurde er 474 zum König gewählt. Um 476 wurde er von dem byzantinischen Kaiser Zenon zum Heermeister ernannt und 484 zum Konsul und erhielt die römischen Bürgerrechte. Ab 488 kämpfte er im Auftrag Zenons gegen Odoaker, den germanischen Herrscher in Italien; 489 besiegte er Odoaker bei Verona, drängte ihn nach Ravenna zurück und belagerte ihn dort beinahe drei Jahre lang. 493 besiegte er Odoaker endgültig, ermordete ihn eigenhändig und übernahm als Stellvertreter des oströmischen Kaisers die Regentschaft in Italien. Ravenna machte er zur Hauptstadt seines Reiches. Vier Jahre später erkannte ihn der Kaiser als König in Italien an.

Theoderich konnte seine Herrschaft in Italien festigen, u. a. auch dadurch, dass er römische Traditionen in Verwaltung und Kultur beibehielt und fähige Römer, wie z. B. Boethius und Cassiodor, mit einflussreichen Ämtern betraute. Boethius allerdings ließ er später als Vertreter der Adelsopposition hinrichten. Zugleich dehnte Theoderich seine Herrschaft über Italien hinaus aus; eine Vereinigung der benachbarten Germanenreiche unter seiner Herrschaft gelang ihm jedoch trotz geschickter Heiratspolitik nicht. Während seiner letzten Regierungsjahre verschlechterten sich Theoderichs Beziehungen zum Byzantinischen Reich und zu Kaiser Justinian I. zusehends. Theoderichs Nachfolgerin wurde seine Tochter Amalasuntha als Regentin für ihren Sohn Athalarich. Theoderich wurde in dem bereits zu seinen Lebzeiten erbauten prächtigen „Grabmal des Theoderich” in Ravenna beigesetzt. Bereits kurz nach seinem Tod ging Theoderich als Diedrich von Bern (Verona) in die Heldensage ein.