Kambodscha
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Kambodscha
2. Land

Das Kerngebiet Kambodschas bildet eine weite Schwemmlandebene um den Mekong und den Tonle Sap (Großer See). Dieses etwa zwei Drittel der Staatsfläche einnehmende Tiefland wird von Bergketten umgeben: Im Südwesten erhebt sich das Kardamomgebirge (Chuor Phnum Kravanh) mit dem Phnom Aural, dem höchsten Berg des Landes (1 813 Meter), im Norden befindet sich die Dangrek-Kette (Phanom Dong Rok), im Osten wird Kambodscha von Ausläufern der annamitischen Küstenkette erreicht.

1. Flüsse und Seen

Der Mekong durchquert das Land von Norden nach Süden. In der sommerlichen Regenzeit schwillt der Fluss so stark an, dass ein Teil des mitgeführten Wassers nicht das Delta des Flusses erreicht, sondern in den Tonle Sap fließt. Dieses größte Binnengewässer Südostasiens bedeckt in der Regenzeit eine Fläche von etwa 10 400 Quadratkilometern. Mit dem Ende der Regenzeit fließt Wasser aus dem Tonle Sap über den gleichnamigen Abfluss zum Mekong. Das Volumen des Sees nimmt in dieser Phase stark ab, und die Seefläche umfasst in der Trockenzeit eine Fläche von nur etwa 3 000 Quadratkilometern.

2. Klima

In Kambodscha herrscht tropisches Monsunklima. Der Südwestmonsun bringt in der Regenzeit von Mai bis Oktober den Luvseiten der Gebirge bis zu 4 000 Millimeter Jahresniederschlag, im zentralen Tiefland liegen die Werte zwischen 1 000 und 2 000 Millimeter. Von November bis April befindet sich das Land unter dem Einfluss des trockenen Nordostmonsuns. Die mittlere Jahrestemperatur liegt in Phnom Penh bei 26,7 °C, die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen sind gering.

3. Flora und Fauna

Rund 57,7 Prozent der Landesfläche Kambodschas sind bewaldet (2005). Die dichtesten Wälder finden sich in den Bergen und an der Südwestküste. Es kommen Regenwald und Monsunwald vor, an der Küste wachsen Mangroven. Viele der Mangrovendickichte, die für die Artenvielfalt wie auch für die Fischerei von existentieller Bedeutung sind, wurden allerdings zerstört. Auf den Hochebenen und Hochplateaus dominiert Savanne mit hohen Gräsern. Kautschukbäume, Kapokbäume, Palmen, Kokosnusspalmen und Bananenstauden sind weit verbreitet.

Die voranschreitende Entwaldung ist das größte Umweltproblem. In den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts nahmen weite Teile der Wälder und Feuchtgebiete durch die Bombardierungen und die im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmittel Schaden. In den siebziger und achtziger Jahren wurde diese Zerstörung durch die katastrophale Agrarwirtschaft der Roten Khmer und durch den Bürgerkrieg fortgesetzt. Als in den neunziger Jahren Friede im Land einkehrte, wurde der Export von Tropenhölzern ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Kambodscha. Die jährliche Entwaldungsrate beträgt 1,3 Prozent (1990–2005). Die kambodschanische Regierung hat 21,6 Prozent (2007) der gesamten Landesfläche unter Schutz gestellt.

Zur vielfältigen Tierwelt gehören Großsäuger wie Tiger, Leoparden, Malaienbären, Elefanten, Muntjaks, Schweinshirsche, Koupreys, Bantengs und Yaks. In der Vogelwelt finden sich Kormorane, Purpurreiher, Schwarzmilane, Schmalschnabelgeier, Prälatfasane und Bankivahühner (Stammart unserer Haushühner). Reptilien sind durch Schildkröten, Agamen (u. a. die zum Gleitflug fähigen Flugdrachen), Skinke und Schlangen wie Kobras repräsentiert.