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Platin
1. Einleitung

Platin, chemisches Symbol Pt, grauweißes bis silbermattes, metallisches Element mit der Ordnungszahl 78, das unter Nickel und Palladium in der achten Nebengruppe des Periodensystems steht und zusammen mit Ruthenium, Rhodium, Palladium, Osmium und Iridium die Gruppe der Platinmetalle bildet. Außerdem ist Platin ein Edel- und Übergangsmetall.

Platin war schon vor dem 15. Jahrhundert in Mittel- sowie im nördlichen Südamerika bekannt. Platinnuggets, kleine Brocken aus gediegenem (elementarem) Platin, wurden etwa in den Flüssen Kolumbiens gefunden. Sein Name wurde vom spanischen Wort platina („Silberchen”) abgeleitet, weil es Silber sehr ähnelt. In der europäischen Literatur wurde Platin erstmals Mitte des 18. Jahrhunderts beschrieben. Die wissenschaftliche Charakterisierung der einzelnen Platinmetalle und damit des Platins erfolgte zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

2. Vorkommen und Eigenschaften

Platin tritt in Form von sechs natürlichen Isotopen auf und steht unter den Elementen der Erdkruste an 75. Stelle. Das Edelmetall kommt in Erzen (z. B. von Eisen, Blei, Kupfer, Silber, Gold) häufig in gediegener Form sowie in Begleitung anderer Platinmetalle vor, etwa in Iridosmium oder Ferroplatin. Wichtige Platinerze sind das arsenhaltige Sperrylith (PtAs2) und die schwefelhaltigen Erze Cooperit (PtS) und Braggit ((Pt,Pd,Ni)S).

Reines Platinmetall ist duktil (schmiedbar) und dehnt sich beim Erhitzen leicht aus. Es schmilzt bei 1 772 °C und siedet bei 3 830 °C. Seine Dichte liegt bei 21,45 Gramm pro Kubikzentimeter, seine Härte bei 4,3 und seine Atommasse bei 195,09 u.

In Verbindungen tritt Platin mit den Oxidationsstufen 0 bis +6 auf, vor allem mit den Oxidationsstufen +2 und +4. Chemisch ist das Edelmetall relativ inert und beständig gegen feuchte Luft, Wasser, Säuren und gegen zahlreiche andere Chemikalien. Dagegen löst sich das Metall unter Bildung von Hexachloroplatinsäure (H2PtCl6) in Königswasser, einer Mischung aus Salpetersäure und Salzsäure (siehe Chlorwasserstoff), und wird bei hohen Temperaturen von Halogenen angegriffen. Platin reagiert außerdem mit Natriumhydroxid, Natriumnitrat und Natriumcyanid. Fein verteiltes Platin kann ähnlich wie Palladium große Mengen Wasserstoff absorbieren.

3. Anwendungen

Platin wird großtechnisch als Katalysator für Hydrierungen und Oxidationsprozesse (z. B. Ammoniakoxidation zur Herstellung von Salpetersäure), für Reforming- und Crackprozesse (Erdölverarbeitung und -veredelung) und in Kraftfahrzeugkatalysatoren eingesetzt. In großen Mengen wird das Edelmetall zu Schmuck, häufig in Legierungen mit Gold, verarbeitet. Platin und Platinlegierungen dienen zur Herstellung von Laborgeräten, Elektroden und elektrischen Zellen sowie als Werkstoff für elektrische Kontakte, Sensoren und Spinndüsen (Textilindustrie). Dentallegierungen mit Platin werden in der Zahnmedizin verwendet.