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Banyanbaum

Banyanbaum, indische Art der Gattung Feigenbaum, im indomalaiischen Raum wichtigster Schattenbaum und als dörflicher Treffpunkt von besonderer Bedeutung.

Der Banyanbaum bildet zahlreiche Luftwurzeln, die von den Ästen herabwachsen, sich im Boden verankern und Pfahlwurzeln oder Sekundärstämme bilden. Auf diese Weise nimmt der Baum eine große Grundfläche ein. Im Alter verrottet der ursprüngliche Stamm, und der Baum zerbricht in mehrere Teile, wobei die Pfahlwurzeln die Rolle des Stammes für den jeweiligen Abschnitt übernehmen. Der Banyanbaum hat ei- bis herzförmige, circa 15 Zentimeter lange Blätter. Die Frucht ist scharlachrot, kaum größer als eine Kirsche und wächst paarweise aus den Blattachseln.

Die Samen keimen selten im Boden, da die roten Früchte gern von Vögeln gefressen werden, welche die unverdaulichen Samen auf Ästen oder in Baumkronen ausscheiden. Dort keimen die Samen aus und entwickeln sich zu kräftigen Epiphyten, deren Wurzeln zum Boden hinabwachsen. Diese Wurzeln können sich zu dicken Stämmen erweitern, die den Stamm des Wirtsbaumes so dicht umschlingen, dass er schließlich abstirbt. Der Banyanbaum wird deshalb auch als Würgerfeige bezeichnet.

Durch immer neue Stützwurzeln, die von horizontalen Ästen ausgehen, kann schließlich aus einem einzelnen Keimling ein ganzer Wald entstehen. Im westbengalischen Sibpur (siehe Howrah) erreicht ein solcher Wald einen Durchmesser von 100 Metern. Ebenfalls berühmt ist ein über 100-jähriger Banyanbaum im botanischen Garten von Kalkutta. Sein Hauptstamm hat einen Umfang von mehr als zwölf Metern. Er besitzt insgesamt 230 Pfahlwurzeln, die zwischen 1,8 und drei Meter lang sind, und zudem mehr als 3 000 kleinere Wurzeln.

Systematische Einordnung: Der Banyanbaum gehört zur Familie Moraceae. Er trägt den botanischen Namen Ficus bengalensis (oder benghalensis).