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Herodes I., der Große (73-4 v. Chr.), König von Judäa (37-4 v. Chr.), der sein Land zu einem starken Konföderiertenstaat der Römer machte.
Herodes entstammte einer vornehmen idumäischen Familie aus dem Süden Palästinas. Sein Vater Antipater wurde 47 v. Chr. von Julius Caesar mit der Prokuratur über Judäa betraut, und im selben Jahr ernannte Antipater seinen Sohn Herodes zum Strategen (Statthalter) in Galiläa. Nach dem Tod des Antipater 43 v. Chr. übernahmen Herodes und sein Bruder Phasael die Macht in Judäa; im selben Jahr trat Herodes in römische Dienste. 41 v. Chr. wurden er und Phasael von Marcus Antonius zu Tetrarchen ernannt. Im folgenden Jahr gelangte Antigonos II., der letzte Makkabäer, mit parthischer Hilfe wieder auf den Thron von Judäa. Herodes, unterdessen vom römischen Senat zum König von Judäa erhoben, bekämpfte mit einem überwiegend römischen Heer Antigonos und die Makkabäer-Anhänger, besiegte 37 v. Chr. Antigonos, ließ ihn hinrichten und bestieg nun den Thron von Judäa.
In den ersten Jahren seiner Regierung konzentrierte sich Herodes auf die Festigung seiner Herrschaft. Rigoros unterdrückte er, gestützt von Octavian, dem späteren Kaiser Augustus, die Sadduzäer und die Makkabäer und ließ zahlreiche Makkabäer ermorden, u. a. auch seine Gemahlin Mariamme, eine Nichte des Antigonos II. Die Ehe mit der Makkabäerin Mariamme war Herodes als ein Nichtjude eingegangen, um seine Position bei den Juden zu festigen und die jüdische Opposition zu beruhigen.
Unter Herodes’ Herrschaft erlebte Judäa eine Zeit des äußeren Friedens und großer wirtschaftlicher Blüte. Herodes entfaltete ein reiche, vom Hellenismus inspirierte Bautätigkeit: Jerusalem wurde zu einer glanzvollen Residenz ausgebaut und erhielt einen neuen Tempel, die Burg Antonia sowie ein Theater. Samaria und Caesarea Palaestinae erfuhren ebenfalls prachtvolle Umbauten und Erweiterungen, und in beiden Städten wurde dem Kaiserkult um Augustus gehuldigt. Zur Sicherung der Grenzen gegen Übergriffe seitens der Araber errichtete bzw. erneuerte Herodes eine Reihe von Festungen, die sich später für die Juden in ihrem Aufstand gegen Rom (siehe Jüdische Kriege) als sehr wertvoll erweisen sollten.
Obwohl Herodes den jüdischen Kult nicht antastete, war er aufgrund seines ausgesprochen harten Regiments bei den Juden als Fremder und Freund der Römer verhasst. In das Bild des grausamen Herrschers, der jegliche Form der Opposition bekämpft, passt auch der im Matthäusevangelium (2, 16) Herodes zugeschriebene bethlehemitische Kindermord, durch den er sich nach der Geburt Jesu Christi eines potentiellen Thronrivalen zu entledigen suchte; allerdings wird dieser Kindermord außer im Matthäusevangelium nirgendwo erwähnt und gilt daher als historisch fragwürdig. Die letzten Jahre von Herodes’ Herrschaft waren von erbitterten und undurchsichtigen Palastintrigen geprägt.
Nach seinem Tod im Jahr 4 v. Chr. wurde Judäa auf Veranlassung des Augustus unter den drei Söhnen des Herodes, Herodes Antipas, Archelaos und Herodes Philippos, aufgeteilt.