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Apokryphen des Alten Testaments (griechisch apókryphos: verborgen), ein Begriff, der im 5. Jahrhundert von Hieronymus geprägt wurde. Er bezeichnet damit jene Bücher der Septuaginta, die nicht in den Kanon der Bibel aufgenommen wurden. Darüber hinaus wird eine klar umrissene Gruppe religiöser Schriften als apokryph bezeichnet, die im Zuge der Reformation aus dem Kanon der Bibel verbannt wurden und innerhalb der katholischen Kirche als deuterokanonische Bücher gelten. Martin Luther führte sie im Anhang der Bibel auf, während sie in den Bibelübersetzungen der reformierten Kirche nicht erscheinen
Die Septuaginta wurde durch griechisch sprechende Gläubige in die Tradition der christlichen Kirche aufgenommen. Die Bücher, die von den Juden außerhalb des hellenistischen Kulturkreises nicht in ihrem Kanon akzeptiert wurden, waren Judith, die Weisheit Salomos, Tobias, Jesus Sirach, Baruch sowie die Bücher der Makkabäer. Judith und Tobias könnten eher als Erzählungen mit historischem Hintergrund bezeichnet werden; Baruch ist ein Anhang zum Buch Jeremia, das aus der Sicht von Jeremias’ Schreiber und Sekretär Baruch geschrieben ist. Die Weisheit Salomos und Jesus Sirach enthalten traditionelle israelitische Weisheiten, wie sie sonst in den Sprüchen, in den Büchern Hiob und Prediger Salomo vorkommen. Die Bücher der Makkabäer sind historische Berichte in der Tradition der Bücher Samuels, der Könige und der Chroniken. Ebenfalls in den Apokryphen enthalten sind die beiden Bücher Esras, Zusätze zum Buch Esther (Esther 10, 4-10), das Lied der drei jungen Männer (Daniel 3, 24-90), Susanna (Daniel 13), Bel und der Drache (Daniel 14) und das Gebet Manasses.
Als die Bibelwissenschaften im Laufe des 19. Jahrhunderts die Bibel allmählich auch vom historischen Standpunkt zu betrachten begannen, wurde der Wert der Apokryphen als historische Quellen allgemein anerkannt. Da sie in der Zeit zwischen 300 v. Chr. und der Entstehung des Neuen Testaments entstanden sind, liefern sie wertvolle Hinweise über die Zeit zwischen dem letzten Buch des Alten Testaments und dem ersten des Neuen Testaments. Sie sind auch wichtige Informationsquellen über die Entwicklung des Glaubens an die Unsterblichkeit, an die Auferstehung sowie anderer eschatologischer Fragen. Gleichzeitig zeigen sie den zunehmenden Einfluss hellenistischer Vorstellungen auf das Judentum. Siehe auch Bibel.