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Flexion

Flexion, Abwandlung eines Wortes im Hinblick auf seine Funktion im Satz. Flexion (oder Beugung) ist der Oberbegriff für die Konjugation des Verbs, die Deklination von Substantiv und Adjektiv und die Komparation des Adjektivs. Die Verbkonjugation kann Unterschiede in Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi (Aktiv/Passiv) ausdrücken (im Deutschen kaufen, kaufte, gekauft). Die Deklination verändert das Substantiv im Hinblick auf Numerus, Kasus und Genus (wie im Spanischen muchacha „das Mädchen”, muchachas „die Mädchen”, muchacho „der Junge”, muchachos „die Jungen”). Die Komparation ist die Steigerung des Adjektivs (wie z. B. groß, größer, am größten). Man unterscheidet zwischen innerer Flexion durch Ablaute (wie in sprechen, sprach, gesprochen) und äußerer Flexion durch Affixe, die selbst keine Bedeutung haben, sondern mit bedeutungstragenden Wortstämmen verbunden werden (wie -end in sehend, -te in schnarchte und -en in Frauen).

Alle Sprachen der indogermanischen Sprachfamilie zeigen ein mehr oder minder ausgeprägtes Flexionssystem. Die indogermanische Grundsprache scheint die komplexeste Flexion besessen zu haben. Die meisten modernen indogermanischen Sprachen besitzen die Fähigkeit zur inneren Flexion durch Ablaute (Vokalveränderung) und zur äußeren Flexion (Affixe). Häufig finden sich beide Möglichkeiten in einem Wort (wie im Deutschen Männer von Mann). Die innere Flexion ist besonders typisch für die semitischen Sprachen. Chinesisch hingegen ist ein Beispiel für eine nicht flektierende Sprache.

Im Lauf ihrer Entwicklung haben zahlreiche indogermanische Sprachen, wie z. B. Französisch und Englisch, ihre flektierten Formen abgeschwächt oder ganz verloren. Dieser Verlust lässt sich am besten am Englischen ablesen, wo die Wortstellung im Satz zum Teil die Aufgabe der Flexionsformen übernehmen kann. Flexionsverlust bedeutet immer auch einen Verlust an Kompaktheit; die wörtliche englische Übersetzung von lateinischen Sätzen hat häufig mehr als doppelt so viele Wörter wie das Original. Andererseits vereinfacht der Flexionsschwund die Grammatik einer Sprache. Die wenigen flektierten Formen eines englischen Verbs sind schnell zu lernen verglichen mit den bis zu 249 verschiedenen Formen eines griechischen Verbs.