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Bandung, Stadt in Indonesien, Hauptstadt der Provinz West Java.
Bandung liegt auf dem Priangerhochland im Westen der Insel Java, auf einer Höhe von 715 Metern. Der Standort wurde aufgrund des günstigen Hochlandklimas von den niederländischen Kolonialherren ausgewählt. Bandung ist Kulturhauptstadt der Sundanesen und ein wichtiger Industriestandort mit Schwerpunkt auf der Textil-, Chemie-, Maschinenbau- und Keramikindustrie. Mit seiner technischen Hochschule (1920), der staatlichen Pajajaran-Universität (1957), der katholischen Parahyangan-Universität (1955), dem Pasteur-Institut und dem Nationalen Forschungsinstitut (mit Kernforschungszentrum) ist Bandung zusätzlich ein Zentrum für Wissenschaft und Forschung.
1810 errichteten hier die Niederländer eine Garnison, die nach ihrer Anbindung an das Eisenbahnnetz 1884 rasch an Bedeutung gewann; zeitweise war Bandung der Sitz der Kolonialverwaltung von Niederländisch-Indien. Die niederländische Kolonialarchitektur hat sich in Bandung teilweise bis heute erhalten. Im April 1955 fand hier die so genannte Bandungkonferenz statt, auf der 29 asiatische und afrikanische Staaten eine engere kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie ein gemeinsames Vorgehen gegen den Kolonialismus beschlossen. Bandung, das einst dank seiner Architektur und seines vielfältigen kulturellen Lebens als „Paris des Ostens” galt, hat heute mit zunehmender Verkehrsbelastung, Umweltverschmutzung und anderen typischen Großstadtproblemen zu kämpfen. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 2,06 Millionen (2007).