Krone
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Krone
3. Mittelalter und Neuzeit

Die byzantinischen Herrscher trugen ein breites Band aus Gold oder eine halbrundförmige Goldkrone, die mit Edelsteinen geschmückt war. Anstelle der Stoffenden wie beim römischen Diadem hingen Golddrähte oder Kettchen (siehe Metallarbeiten), die oft mit Edelsteinen besetzt waren, über die Schläfen. Die Helmkrone des heiligen Stephan von Ungarn aus dem 11. Jahrhundert soll wie auch die russische Krone (auf einen Zobelfellrand gesetzte Goldkrone) auf einem älteren byzantinischen Modell beruhen. Eine frühe Variante der westeuropäischen Krone war das Diadem aus Metallplatten, das mit kleinen Scharnieren zusammengehalten und zur Lagerung auseinandergenommen werden konnte. Auch die lombardische Eisenkrone aus dem 9. Jahrhundert und die mit Juwelen besetzten und emaillierten Kronen der Herrscher des Heiligen Römischen Reiches waren so konstruiert. Andere mittelalterliche Kronen bestanden aus glänzenden Reifen mit juwelenverziertem Gold und reliefartig hervorstehendem Kleeblatt.

Im 15. Jahrhundert bestanden die Kronen der französischen und englischen Könige aus Reifen, in denen sich im rechten Winkel ein Bogenpaar traf, auf dem ein Reichsapfel angebracht wurde. Solche Kronen wurden oftmals über einer weichen Kappe aus Samt getragen. Mitglieder des Hochadels trugen einfachere Varianten des Bogens auf einer Kappe.

Während der Französischen Revolution gingen einige Königskronen verloren, ebenso wie viele englische Kronen im Bürgerkrieg des 17. Jahrhunderts. Nach der Wiederherstellung der Monarchie wurde 1661 eine als Saint-Edwards-Krone bezeichnete Goldkrone für Charles II. gefertigt. Sie ist seither bei allen Krönungszeremonien in England eingesetzt worden. Eine mit Diamanten und anderen Edelsteinen besetzte Staatskrone wurde für Königin Viktorias Krönung 1838 angefertigt und wird vom Monarchen zur Eröffnung des Parlaments und bei Staatsakten getragen. Die deutsche Reichskrone (heute Wien, Schatzkammer in der Hofburg) ist mit gewölbt geschliffenen Steinen besetzt, welche die Tugenden des gütigen Herrschers symbolisieren sollen. Ihre acht seitlichen Emailleplatten versinnbildlichen die Tore des himmlischen Jerusalems. Der Kronenreif entstand 926 zur Krönung Ottos des Großen, das Kreuz wenig später; um 1030 kam der Kronenbügel hinzu.