| Karl I., der Große | Artikelansicht | ||||
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| 4. | Kaiserkrönung |
Als König des Fränkischen Großreiches, der sich um die Ausbreitung des Christentums nach Osten und Norden verdient gemacht hatte, hatte Karl die unangefochtene Vormacht im Abendland inne. Ob er folgerichtig den Titel eines Kaisers bewusst anstrebte, ist in der Forschung umstritten. Am Weihnachtstag des Jahres 800, während des Gottesdienstes, krönte ihn Papst Leo III. im Petersdom in Rom zum Kaiser, und die Römer bestätigten Karls Kaisertum durch Akklamation. Karls Vertrauter und Biograph Einhard berichtete, der König sei von der Krönung überrascht worden, und wenn er davon gewusst hätte, wäre er an diesem Tag nicht in die Kirche gegangen.
Problematisch war das Verhältnis Karls zum byzantinischen Kaisertum, das sich als Nachfolger des römischen Kaiserreiches verstand und universalen Anspruch geltend machte. Erst 812 erkannte Byzanz gegen Zugeständnisse das Kaisertum Karls des Großen an. 813 krönte Karl selbst, ohne die Mitwirkung des Papstes, seinen einzigen noch lebenden Sohn Ludwig den Frommen in Aachen, dem „neuen Rom”, zum Mitkaiser.