| Kernchemie | Artikelansicht | ||||
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| 3. | Die ersten Schritte |
Die „Anfänge” der Kernchemie sind im Prinzip unmittelbar mit der Entdeckung der Radioaktivität sowie den darauf folgenden Forschungen verknüpft. Die Entdeckung gelang 1896 dem französischen Physiker Henri Becquerel anhand von Experimenten mit Uransalzen. Im Jahr 1898 fanden dann die französischen Wissenschaftler Marie und Pierre Curie die natürlich auftretenden Elemente Polonium (210Po) und Radium (226Ra). In den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckten Irène und Frédérick Joliot-Curie die künstliche Radioaktivität: Sie bestrahlten Aluminium mit a-Teilchen und gewannen dabei ein radioaktives Isotop des Phosphors (30P). Der natürlich vorkommende Phosphor ist nicht radioaktiv. Unter Abgabe eines Positrons geht dieses künstliche Phosphorisotop in ein stabiles Siliciumisotop über.
Ein weiterer ausgewählter Eckpfeiler für die Grundlagen der Kernchemie war die Entdeckung der Kernspaltung im Jahr 1938 durch die deutschen Chemiker Otto Hahn und Fritz Strassmann. Beschießt man natürlich vorkommendes Uran mit Neutronen, so werden einige Urankerne in zwei Kerne mit annähernd halber Ordnungszahl von Uran gespalten. Die Kernspaltung setzt ungeheure Energiemengen frei und wird für Kernwaffen und -reaktoren genutzt (siehe Kernenergie).