E. T. A. Hoffmann
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E. T. A. Hoffmann
1. Einleitung

E. T. A. Hoffmann, eigentlich Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, (1776-1822), Schriftsteller und Komponist. Er war ein wichtiger Repräsentant der Romantik innerhalb der deutschen Literatur. Aus Verehrung für Wolfgang Amadeus Mozart änderte er seinen dritten Vornamen.

Hoffmann wurde am 24. Januar 1776 in Königsberg (Ostpreußen) geboren und studierte dort zwischen 1795 und 1800 Jura. Nach dem Examen trat er eine Assessorstelle in Posen an und wirkte ab 1804 als Regierungsrat im damals zu Preußen gehörigen Warschau. Sein Ausscheiden aus dem Staatsdienst im Zuge der napoleonischen Besetzung Preußens 1806 problematisierte einerseits die wirtschaftlichen Verhältnisse des jungen Familienvaters (1802 Heirat mit der Polin Maria Michalina Rorer-Trszynska, 1805 Geburt der Tochter Cäcilie), andererseits bot sich ihm die Möglichkeit, seinen seit früher Jugend gehegten Neigungen als Zeichner und Musiker nachzugehen. Hoffmann war bereits in Warschau als Maler und Komponist hervorgetreten und nahm 1808 eine Stelle als Kapellmeister und Direktionsgehilfe am Bamberger Theater an. In die Bamberger Jahre (1808-1813) fällt der Beginn seiner schriftstellerischen Laufbahn. Nicht zufällig hatte die erste literarische Veröffentlichung Hoffmanns, dessen bevorzugtes Wirkungsfeld eigentlich die Musik war, ein musikalisches Thema: In der phantastischen Novelle Ritter Gluck (Erstdruck 1809 in der Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung, für die Hoffmann als Rezensent tätig war) kritisierte er die Aufführungspraxis der Gluck’schen Opern in Berlin.

Gespenstisch-Phantastisches im Berlin-Kontext sollte in der Folge zu seinem Markenzeichen werden. Nach kurzfristigen Engagements an Theatern in Dresden und Leipzig erhielt Hoffmann 1814 durch die Protektion seines Jugendfreundes Theodor Gottlieb von Hippel eine Anstellung beim Königlichen Kammergericht in Berlin. Bis zu seinem Tod 1822 führte Hoffmann hier eine strapaziöse Doppelexistenz als Jurist und Dichter. Durch die Vermittlung seines Freundes Eduard Hitzig und den Publikumserfolg seiner 1813/14 publizierten Fantasiestücke in Callot’s Manier kam er schnell mit den Künstlerzirkeln der Stadt in Kontakt und wurde bald zu einer prominenten lokalen Persönlichkeit.

Bekanntestes Beispiel der literarischen Geselligkeit um Hoffmann ist der Kreis der Serapionsbrüder (u. a. Adelbert von Chamisso war Mitglied), der sich einige Jahre regelmäßig traf und in der gleichnamigen Novellensammlung ein poetisches Denkmal erhielt. Noch geläufiger sind Hoffmanns Zechgelage mit dem Schauspieler Ludwig Devrient in der Weinstube Lutter und Wegener, die die Legendenbildung um den angeblich haltlosen, im Rausch schaffenden Gespenster-Hoffmann schon zu Lebzeiten anregte. Tatsächlich ging Hoffmann untadelig seinen Dienstgeschäften als Justizrat und Richter nach. Wie ernst der Dichter seine juristischen Pflichten nahm, zeigte u. a. sein Eintreten für den als Demagogen inhaftierten „Turnvater” Friedrich Ludwig Jahn, dem er entgegen dem Widerstand seiner Vorgesetzten einen fairen Prozess verschaffen wollte und dabei selber in ein Disziplinarverfahren verwickelt wurde (wegen sarkastischer Anspielungen auf die Sache in seiner Novelle Meister Floh). Hoffmann starb am 25. Juni 1822 in Berlin.