| E. T. A. Hoffmann | Artikelansicht | ||||
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| 2. | Literatur |
Seinen literarischen Ruhm verdankt Hoffmann seiner spezifischen Gestaltung eines skurrilen und gespenstisch verfremdeten Alltags, mit der er dem Genre des romantischen Kunstmärchens und der phantastischen Novelle neue Dimensionen eröffnete. Während sein Roman Die Elixiere des Teufels (1815/16) noch stark vom Vorbild des englischen Schauerromans geprägt war, verrieten bereits die Fantasiestücke seine persönliche Handschrift, wie sie später in den Nachtstücken (1816/17) und den Serapionsbrüdern (1819-1821) zutage trat. Vor allem in den Rahmengesprächen der Serapionsbrüder wird sichtbar, dass Hoffmanns Phantastik trotz aller Farbigkeit keine Effekthascherei war, sondern Ausdruck philosophisch-poetologischer Maximen. So beschäftigte er sich früh und intensiv mit der romantischen Transzendentalphilosophie und Naturwissenschaft, etwa Gotthilf Heinrich Schuberts Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft (1808), und kam durch seinen Bekanntenkreis mit der damals populären Theorie und Praxis des „animalischen Magnetismus” in Berührung. Hoffmann blieb solchen Phänomenen gegenüber stets in kritischer Distanz, reizte aber ihre poetische Faszination meisterhaft in seinen Erzählungen aus. Innovativ nutzte er dabei auch die Topographie einer Großstadt als Schauplatz unheimlicher Ereignisse und profilierte sich damit zugleich als erster „Berlinischer” Schriftsteller.
Den Zwiespalt von Brotberuf und dichterischer Neigung empfand Hoffmann zeitlebens als schmerzlich und behandelte die Künstler-„Philister”-Problematik häufig in seinen Werken, am prägnantesten in der Figur des Kapellmeisters Kreisler, der als Alter Ego des Dichters gilt und der im Künstlerroman Lebens-Ansichten des Katers Murr, nebst einer fragmentarischen Biographie des Kapellmeisters Kreisler in zufälligen Makulaturblättern (1821) auftaucht; dieser regte Robert Schumann zu seinem Klavierzyklus Kreisleriana an.