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| 3. | Das Reich des Kubilai Khan |
1279 unterwarf Kubilai Khan, ein Enkel Dschingis Khans, die Song-Dynastie in Südchina und brachte somit das ganze China unter seine Kontrolle; Peking wurde zu seiner neuen Hauptstadt. Dort begründete er als chinesischer Kaiser die Yuan-Dynastie (auch Yüan), blieb aber gleichzeitig auch Großkhan der Mongolen. Er verzichtete darauf, die Chinesen zu „mongolisieren” und ihnen mongolische Herrschaftsstrukturen aufzuzwingen, sondern übernahm das seit der Tang-Dynastie praktizierte System. Chinesen blieben jedoch weitgehend vom politischen Leben ausgeschlossen und unterlagen sozialer und politischer Diskriminierung. Die Mongolen dagegen bewahrten ihre kulturelle Identität und ihre Vorrechte als die herrschende Klasse. Kubilais Versuche, die mongolische Herrschaft auf Japan und Java auszudehnen, erwiesen sich als verheerende Fehlschläge.
Nach Kubilais Tod 1294 verloren die mongolischen Herrscher in China rasch an Macht. Als Mitte des 14. Jahrhunderts die Überschwemmung des Gelben Flusses, eine Hungersnot in Nordchina sowie soziale Spannungen zu einer Rebellion gegen die mongolische Fremdherrschaft führten, waren die mongolischen Herrscher nicht mehr in der Lage, dieser Herausforderung zu begegnen. 1368 wurden die mongolischen Herrscher in China von der einheimischen Ming-Dynastie gestürzt.