| Ostindische Kompanie | Artikelansicht | ||||
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| 4. | Die britische Ostindische Kompanie |
Sie war die bedeutendste der Ostindischen Kompanien und mehr als 200 Jahre lang ein entscheidender Faktor in Indien. Die Gründungsurkunde stellte Königin Elisabeth I. am 31. Dezember 1600 aus. Die Kompanie erhielt das Handelsmonopol in Asien, Afrika und Amerika und wurde von einem Gouverneur und 24 Direktoren geleitet, die von den Aktieninhabern gewählt wurden.
Auf ihren ersten Reisen stieß die Kompanie bis nach Japan vor, und 1610/11 errichtete sie ihre ersten Handelsniederlassungen in Indien in den Provinzen Madras und Bombay. 1609 erhielt sie von König Jakob I. eine unbefristete Konzession und trat in Konkurrenz zur niederländischen Kompanie in Malaysia. Nach dem Massaker von Amboina überließ sie den Niederländern später das so genannte Niederländisch-Indien. 1650 und 1655 übernahm die Kompanie andere britische Gesellschaften, die unter Oliver Cromwell gegründet worden waren. 1657 ließ Cromwell sie in eine Aktiengesellschaft mit dem Handelsrecht für Indien und mit Monopolstellung überführen. Zusätzlich zu ihren Handelsprivilegien erhielt die Kompanie unter Karl II. souveräne Rechte.
1689 begann mit dem Aufbau von Verwaltungsbezirken in den Provinzen Bengalen, Madras und Bombay die Herrschaft der Kompanie in Indien. Die Gesellschaft musste sich ständig mit Händlern auseinandersetzen, die nicht Mitglieder der Kompanie waren und keine Handelsgenehmigung der Krone hatten. Nachdem sich das Parlament 1698 für einen freien Handel ausgesprochen hatte, durften diese privaten Händler eine neue, eigene Gesellschaft gründen, die New Company oder English Company. Die Ostindische Kompanie erkaufte sich die Kontrolle über das neue Unternehmen, und 1708 wurden beide per Gesetz zur United Company of Merchants of England Trading to the East Indies zusammengeschlossen. Die Konzession wurde im 18. Jahrhundert mehrmals von der Krone erneuert.
Durch die Siege Robert Clives, eines Offiziers der Kompanie, über die Franzosen bei Arcot (1751), bei Plassey (1757) und schließlich durch den britischen Sieg bei Pondicherry (1761) wurde die Kompanie zur beherrschenden Macht in Indien. 1773 setzte die britische Regierung einen Generalgouverneur für Indien ein und beschnitt somit die Verwaltungsbefugnisse der Kompanie. 1784 schuf die britische Regierung durch den India Act eine Behörde, welche die Kompanie in politischen, militärischen und finanziellen Angelegenheiten kontrollierte. Innerhalb der folgenden 50 Jahre dehnte Großbritannien seine Kontrolle über den größten Teil des Indischen Subkontinents aus.
1813 wurde das Handelsmonopol der Kompanie für Indien aufgehoben und 1833 das für China. Ihre Verwaltungsfunktionen übte die Kompanie noch bis zum Indischen Aufstand von 1857/58 aus; 1858 übernahm die Krone durch „Act for the Better Government of India” alle souveränen Rechte der Kompanie und gliederte die 24 000 Mann starke Truppe der Kompanie in die britische Armee ein. Die Kompanie wurde am 1. Januar 1874 mit In-Kraft-Treten des East India Stock Dividend Redemption Acts aufgelöst.