Amsterdam
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Amsterdam
3. Kultur

Amsterdams Kultur wurde seit jeher von der Seefahrt bestimmt. Das Niederländische Schifffahrtsmuseum (Nederlands Schepvaart Museum, 1656) und das Tropenmuseum (1926) erinnern an koloniale Zeiten. Über die zahlreichen Grachten führen mehr als 1 000 Brücken (darunter die berühmte Magere Brug, 1670). Im 17. Jahrhundert erlangte Amsterdam eine Schlüsselrolle im kulturellen Geistesleben Europas: Die Akademie der Bildenden Künste, die Königliche Niederländische Akademie der Wissenschaften und die Universität Amsterdam (1632) zeugen davon.

Zu den wichtigsten Museen zählen das Rijksmuseum (1885, von Petrus Cuypers) mit einer der weltweit größten Sammlungen niederländischer und flämischer Maler (u. a. Rembrandts Nachtwache), das Van-Gogh-Museum (1973, von Gerrit Rietveld) und das Stedelijk Museum (1895) mit einer reichen Sammlung der Bewegung „De Stijl”. Das Rembrandtmuseum wurde im früheren Wohnhaus des Malers eingerichtet, der hier von 1639 bis 1658 lebte und arbeitete. 1987 wurde ein Komplex mit vier Synagogen zum Joods Historisch Museum (Jüdisches Historisches Museum) zusammengefasst, dem bedeutendsten jüdischen Museum außerhalb Israels. Von der tragischen Geschichte zeugt das Anne-Frank-Haus, das u. a. der jüdischen Familie Frank von 1942 bis 1944 als Versteck diente. Im Februar 2004 begann im Amstelhof im Zentrum von Amsterdam der Aufbau einer Nebenstelle der Sankt Petersburger Eremitage.

Zu den bedeutendsten Bauwerken Amsterdams gehören die gotische Alte Kirche (Oude Kerk, ab 1306), die Neue Kirche (Nieuwe Kerk , ab 1395), die in den Glaubenskriegen des 16. Jahrhunderts verwüstet wurde, und die Zuiderkerk (1603), heute ein Wahrzeichen der Stadt. Der Hauptbahnhof (Centraal Station, 1889 von Petrus Cuypers), die Börse (Beurs, 1903 von Hendrik Petrus Berlage) und der Postkantoor (1899) zeugen vom wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt um 1900. Der Königspalast (Koninklijk Paleis, 17. Jahrhundert), ursprünglich als Rathaus errichtet, wird nur noch sporadisch von der Königsfamilie genutzt. Die prächtigen Amsterdamer Grachtenhäuser (17.-19. Jahrhundert) an der Heren-, der Keizers- und der Prinsengracht zeugen vom Wohlstand ihrer Erbauer.

Im Bereich von Musik und Theater bietet Amsterdam Vielfalt und Weltklasse zugleich: Die neue Oper (Stadhuis Muziektheater, Rathaus und Musiktheater) wurde 1988 im Jüdischen Viertel errichtet. Hier sind auch das Nationale Ballett und das Nederlands Dans Theater zu Hause. Im Concertgebouw (1888) spielt das weltberühmte Concertgebouworkest. Zu den alljährlichen Festivals kommen Zehntausende von Besuchern, z. B. zum Holland Festival (im Juni) oder dem Prinsengracht-Konzert (Ende August vor dem Hotel Pulitzer). Sehenswert sind auch das im Art-deco-Stil erbaute Kino Tuschinski (1921) sowie das im Vondelpark gelegene Nederlands Filmmuseum.