Erdbeben
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Erdbeben
4. Erdbebenvorhersage

Wissenschaftliche Versuche, Erdbeben genau vorherzusagen, zeigen erst in letzter Zeit einzelne Erfolge. Vor allem China, Japan, Russland und die USA arbeiten an derartigen Forschungsprojekten. 1975 sagten chinesische Forscher ein Beben der Stärke 7,3 bei Haicheng voraus und evakuierten 90 000 Einwohner zwei Tage bevor das Beben 90 Prozent der in der Stadt befindlichen Bauten zerstörte oder beschädigte. Einer der Anhaltspunkte für diese Voraussage waren eine Reihe von Beben geringer Stärke, die so genannten Vorbeben, die schon fünf Jahre früher in diesem Gebiet begonnen hatten. Andere potentielle Hinweise für die Ermittlung sind Neigung oder Anschwellen der Landoberfläche sowie Veränderungen im Erdmagnetfeld – hervorgerufen durch Spuren radioaktiver Radongase, die bei dem Zerreiben der Gesteine in den Störungszonen frei werden – sowie auch im Pegelstand von Brunnen und sogar im Verhalten der Tiere. Eine neue Untersuchungsmethode in den USA stützt sich darauf, die Vergrößerung der Spannung in der Erdkruste zu messen.

Trotz jahrzehntelanger Forschungsarbeit bleibt die Vorhersage von Erdbeben immer noch ein schwieriges Unterfangen. Die Untersuchung der zu einem Beben führenden physikalischen Mechanismen ist für genauere Aussagen wichtig; so sind etwa nähere Kenntnisse von Spannungsauf- und -abbau im Gestein nötig.