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| 4. | Aufgeklärter Absolutismus |
Aufklärerische Denker wie Immanuel Kant, der schottische Philosoph David Hume, der italienische Jurist Cesare Beccaria und die amerikanischen Politiker Benjamin Franklin und Thomas Jefferson vertraten die Idee eines übernationalen Kosmopolitismus und setzten sich für die allgemeinen Menschenrechte ein.
Zahlreiche Aufklärungsschriften wurden Opfer der Zensur, und ihren Verfassern drohten langjährige Gefängnisstrafen. Dennoch gewährleistete eine Flut von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern die Verbreitung der liberalen Ideen, die sich allmählich in allen gesellschaftlichen Schichten durchzusetzen begannen. Voltaire propagierte das Ideal des aufgeklärten Absolutismus, zu dessen Verfechtern Friedrich II. von Preußen, Katharina die Große von Russland und Joseph II. von Österreich gerechnet werden. Als „erste Diener des Staates” reformierten sie die Regierungsform der Monarchie. Der bloße Verweis auf das vermeintliche Gottesgnadentum war nun nicht mehr hinreichend. Mit der Einebnung der Gesellschaftsstrukturen, der Neustrukturierung der Bürokratie, der Einführung der allgemeinen Schulpflicht und vor allem mit der Rechtsvereinheitlichung wurden zu dieser Zeit die entscheidenden Weichen für die Demokratisierung des Staates gestellt, auch wenn vorläufig noch die repressiven Elemente des Absolutismus vorherrschend blieben.