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Orkney-Inseln

Orkney-Inseln, Gruppe der Britischen Inseln und Verwaltungsregion von Schottland in der Nordsee.

Die Inselgruppe besteht aus insgesamt etwa 70 Inseln vor der Nordostküste Schottlands (die geringste Entfernung zum Festland beträgt nur circa 10 Kilometer), südwestlich der Shetland-Inseln. Die Fläche beträgt 972 Quadratkilometer. Verwaltungssitz ist Kirkwall auf der Hauptinsel Mainland, der Ort ist auch Versorgungszentrum für die Ölfelder in der Nordsee. Weitere größere Inseln sind Hoy, Sanday, Westray, Stronsay und South Ronaldsay.

Die Orkney-Inseln bestehen zum großen Teil aus rotem Sandstein, der großflächig von Geschiebelehm bedeckt ist. Die Oberfläche der Inseln wurde von Gletschern überformt. Die höchste Erhebung ist mit 477 Metern Ward Hill auf Hoy. Durch den Einfluss des Golfstroms ist das Klima milder als in anderen Region gleicher geographischer Breite. Der mittlere Jahresniederschlag liegt bei 940 Millimetern. Größere Baumbestände existieren nicht. Das Bild der Inseln wird von ausgedehnten Agrarflächen, Mooren und Heidelandschaften bestimmt. Die Inseln bieten Lebensraum für zahlreiche Vogelarten.

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 20 000; bewohnt sind 24 Inseln. Die Menschen sind vor allem schottischer und skandinavischer Abstammung. Nur etwa einer von 200 Inselbewohnern spricht Gälisch. Die Bauweise mancher Gebäude in Kirkwall weist Ähnlichkeit mit der Architektur in norwegischen Städten auf.

Haupterwerbszweig ist die Landwirtschaft, vor allem die Viehwirtschaft, sowie der Anbau von Futterpflanzen und Getreide. Durch Kultivierungsmaßnahmen wurden die Torfböden in fruchtbare landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt. Wichtige Fangprodukte der Fischerei sind Hummer und Krabben. Wirtschaftliche Bedeutung haben daneben noch der Schiffsbau und Whiskybrennereien. 1977 wurde in Scapa Flow das Erdölterminal Flotta eröffnet.

Die Inseln bieten eine Vielzahl von bedeutenden prähistorischen Denkmälern; einige jungsteinzeitliche Monumente wurden 1999 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Zwei der bekanntesten Fundstätten sind das Dorf Skara Brae, das auf die Steinzeit zurückdatiert werden kann, und der steinerne Grabhügel von Maes Howe. Auf vielen Inseln befinden sich heute noch so genannte Brochs, steinerne Monumente aus der Zeit der Pikten.

Ab dem 7. Jahrhundert wurden die Inseln christianisiert. Während des 8. und 9. Jahrhunderts überfielen Wikinger die Orkney-Inseln. Bis zum 15. Jahrhundert stand das Gebiet zunächst unter norwegischer, später unter dänischer Herrschaft. 1472 wurden die Orkney-Inseln zusammen mit den Shetland-Inseln schottisch.